http://www.faz.net/-gyz-6k2ar

Bücher und Autographen : Immer wieder gern mit Blumen

  • -Aktualisiert am

Hamburg ist und bleibt unbedingt eine Stadt für Bibliophile: Hier steht ein Überblick über die Spitzenstücke in den wichtigen Buchauktionen des Frühjahrs.

          Hauswedell & Nolte: Im Gästebuch mit Thomas Mann

          Schon fast erwartet war das große internationale Interesse für den Sonderkatalog „Stefan George und sein Kreis - Aus der Bibliothek Castrum Peregrini, Amsterdam“, der die zweitägige Frühjahrsauktion mit Büchern bei Hauswedell & Nolte einleitete. Der dichtbesetzte Saal und die eifrigen Telefone sorgten, so ist zu hören, für eine wertmäßige Verkaufsquote von 105 Prozent, bei einem respektablen zahlenmäßigen Absatz von etwas mehr als siebzig Prozent.

          Als besonders begehrt erwies sich Stefan Georges Umdichtung von Mallarmés „Herodias“ in einem von nur zwei existenten Exemplaren auf Pergament: von geschätzten 20.000 stieg das Werk auf 26 800 Euro. Bei der Erstausgabe von Georges selten auf den Markt kommender, erster Veröffentlichung, der „Hymnen“ von 1890 verlockte natürlich zusätzlich die Provenienz - bis zum erfolgreichen Gebot von 3600 Euro (Taxe 1500). Die von George 1901 herausgegebene und eingeleitete Goethe-Ausgabe „Deutsche Dichtung“, in der Vorzugsausgabe auf Japan, wurde für 4000 Euro (2000) verkauft.

          Die Moderne Literatur und Kunst verlief wenig spektakulär, bis auf die von Max Ernst illustrierte Erstausgabe von Eluards „Les malheurs des immortels“ aus dem Jahr 1922: Sie stieg von 3500 auf 5000 Euro. Bei der Naturwissenschaft steigerte sich John Goulds mit prächtigen farbigen Lithographien illustrierte „Monographie der Ramphastiden oder Tukanartigen Vögel“, Nürnberg 1841/47 bis auf 5000 Euro (2500).

          Die nicht im Handel erschiene Prachtausgabe der Erinnerungen an die Reise von Prinz Waldemar von Preußen nach Indien, Berlin 1853, verdoppelte ihre Schätzung auf 8000 Euro. Mehr als neunzig attraktive Aquatinta-Tafeln veredeln Achille de La Salles „Voyage pittoresque en Sicile“ in der ersten und einzigen Ausgabe des Werks, Paris 1822/26; dafür stehen jetzt 9000 Euro (7500) zu Buche. Selten ist auch die Erstausgabe eines der schönsten deutschen Holzschnittbücher des 16. Jahrhunderts, Ulrich Pinders „Speculum passionis“ - das erste von Hans Schäufelein illustrierte Buch und dessen bedeutendste Arbeit: Es erreichte allerdings beim Zuschlag von 11.000 Euro den Schätzpreis von 12.000 Euro nicht ganz.

          Bei den Autographen blieben die fünf Gästebücher des Schriftstellers Hans Reimann die Sieger: 1923 als „Poesie-Album“ begonnen und bis 1928 fortgeführt, enthalten die Bände mehr als 300, vielfach mit Zeichnungen, Skizzen und Collagen versehenen Eintragungen. Vertreten sind unter vielen anderen die Schriftsteller Thomas Mann, Gustav Meyrink und Ringelnatz, die Verleger Paul Stegemann und Kurt Wolff, die Künstler Otto Dix, George Grosz, Max Pechstein und Heinrich Zille, die Schauspieler und Kabarettisten Curt Bois, Heinrich George, Fritzi Massary, Karl Valentin, Liesl Karlstadt und Claire Waldorff und der Komponist Paul Hindemith: ein kulturhistorisches Spiegelbild der Weimarer Republik, das von 24.000 auf 30.000 Euro kletterte.

          Ketterer: . . . in die länge, breite und tieffe . . .

          Weitere Themen

          Der Schneider und die Muse Video-Seite öffnen

          Filmkritik: „Der seidene Faden“ : Der Schneider und die Muse

          Paul Thomas Andersons „Der seidene Faden“ soll der letzte Film mit Daniel Day-Lewis sein. Die Schauspiel-Legende verausgabt sich wieder einmal im Method-Acting, wird dabei jedoch von einer bislang unbekannten Luxemburgerin an die Wand gespielt.

          Demütigung als Prinzip

          Versailler Vertrag : Demütigung als Prinzip

          Es war ein gesellschaftliches Ereignis, und rund ums Schloss standen Zehntausende Zaungäste: Die Unterzeichnung des Versailler Vertrags. Ein Vorabdruck aus dem Buch „Der Krieg nach dem Krieg“.

          Ein Weltfußballer als Präsident Video-Seite öffnen

          George Weah : Ein Weltfußballer als Präsident

          Er wuchs in einem Armenviertel auf, wurde als „King George“ zum Fußballstar und jetzt ist er Präsident von Liberia: George Weah. Der 51-Jährige hat sich für seine Amtszeit viel vorgenommen.

          Topmeldungen

          Flugzeug mit abgelehnten Asylbewerbern (Archiv)

          München : Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet

          Mit einem gecharterten Flugzeug sind 14 Afghanen abgeschoben worden. Ursprünglich hätten laut Medienbericht rund 58 abgelehnte Asylbewerber an Bord sein sollen.
          Die Norwegerin Ragnhild Mowinckel überrascht mit Silber.

          Winterspiele : Die Überraschung kommt aus Norwegen

          Die nächste Überraschung bei den olympischen Skiwettbewerben: Ragnhild Mowickel rast in der Abfahrt hinter Sofia Goggia auf Platz zwei. Lindsey Vonn lacht und weint. Das deutsche Alpin-Team bleibt medaillenlos.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.