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Bücher Der Raupen wunderbare Verwandlung

09.01.2012 ·  Florale Werke der Naturforscherin und Malerin Maria Merian - sie war die Tochter des berühmten Verlegers - kommen bei Hauff & Auvermann in Berlin zum Aufruf.

Von Camilla Blechen
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© Hauff & Auvermann Maria Sibylla Merian, „Histoire des Insectes de l’Europe“ von 1730 (Taxe 35.000 Euro)

Ganz im Zeichen botanischer und zoologischer Illustrationswerke steht am 14. Januar eine mit knapp sechshundert Losen bestückte Buchauktion bei Hauff & Auvermann in Berlin. Ihren Höhepunkt bildet Maria Sibylla Merians 1718 postum erschienene erste lateinische Ausgabe von „Der Raupen wunderbarer Verwandlung und sonderbarer Blumennahrung“.

Das mit 150 altkolorierten Kupfertafeln ausgestattete Zeugnis minutiöser Beobachtungen ist mit 45.000 Euro beziffert. Für die französische Ausgabe des „Neuen Blumenbuches“, die malerisch dilettierende Bürgertöchtern als Vorlage diente, werden in Verbindung mit Teilen des Raupenwerkes 35.000 Euro erwartet. Der dritte Band zu tropischen Insekten, deren Metamorphosen die meisterlich malende Naturforscherin während ihrer zweijährigen Expedition in den Urwald der holländischen Kolonie Surinam festhielt, ist auf 12.000 Euro geschätzt. Das Frankfurter Historische Museum hat Maria Sibylla Merians Schaffen - sie war die Tochter des berühmten Verlegers Matthäus Merian - vor vierzehn Jahren mit einer Retrospektive gewürdigt. Zu ihren druckgraphischen Hinterlassenschaften passt Johannes Commelins „Hortus medicus“ mit Beschreibungen und Abbildungen exotischer Importe (Taxe 30.000 Euro).

Mit einer Widmung von Lion Feuchtwanger

Elizabeth Blackwells berühmtes Kräuterbuch, in der deutschen Übersetzung mit über sechshundert altkolorierten Kupferstichen ausgestattet und bei Fleischmann in Nürnberg zwischen 1747 und 1773 erschienen, rechtfertigt die Taxe von 18.000 Euro. Hans Holbein soll die anonymen Illustratoren des epochal herausragenden Pflanzenwerkes von Leonhart Fuchs inspiriert haben, dessen gut fünfhundert Holzschnitte für 10.000 Euro angeboten werden. Seinem Exlibris zufolge entstammt Eucharius Rösslins 1515 in Hagenau erschienener „Rosengarten“ für Hebammen und schwangere Frauen dem Besitz der Kaiserin Hermine, der zweiten Gemahlin Wilhelms II. (25.000). Der 1940 nach Amerika emigrierte Schriftsteller Lion Feuchtwanger vermachte und widmete seiner als „treue Gefährtin“ apostrophierten Sekretärin Hilde Waldo eine Vielzahl der im Exil verfassten Bücher, darunter eines von hundert Exemplaren der 1952 in Los Angeles edierten „Narrenweisheit oder Tod und Verklärung des Jean-Jacques Rousseau“ (2200).

Ein Zeitdokument wartet in sechzehn Briefen der Mutter von Erich Kästner bei 8000 Euro auf Abruf. Geschrieben wurden die erschütternden Mitteilungen aus dem zerbombten Berlin im Februar 1945 an den in Dresden obdachlos gewordenen namhaften Romancier. Nach einer kulturgeschichtlichen Auswertung rufen die 55 Plakatanschläge mit den um 1900 aktuellen Programmen renommierter Moskauer Theater (9000).

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