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Bücher Canon medicinae

 ·  Genau das Zehnfache der Schätzung für die arabische Erstausgabe eines frühen heilkundlichen Drucks und die „Historia naturalis“ des Plinius für fast 200.000 Euro: die Ergebnisse der Buchauktion bei Reiss & Sohn in Königstein.

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Die Auktionen bei Reiss & Sohn in Königstein schlossen mit rund 2700 versteigerten Positionen von insgesamt gut 4500 aufgerufenen. Eine eigene Kategorie bilden dabei die Bücher und Inkunabeln, die zusammen rund 1,5 Millionen Euro einspielten. Auch wenn die „Historia naturalis“ des Secundus Plinius in ihrer italienischen Erstausgabe, gedruckt 1476 in Venedig, nicht die Erwartung von 250.000 Euro erreichte, wurde das Werk dennoch mit einem Zuschlag von 195.000 Euro zum Spitzenlos. Mit einer Überraschung wartete die erste arabische Ausgabe des „Canon medicinae“ vom persischen Gelehrten Avicenna auf, gedruckt 1593 in Rom: Von geschätzten 15.000 Euro steigerte sie ihren Preis um das Zehnfache auf 150.000 Euro; der Einlieferer hatte das Werk vor 35 Jahren für 3800 Mark gekauft.

Gleichfalls erstaunte die Wertsteigerung von erwarteten 10.000 auf 120.000 Euro, die der Pilgerbericht „Reiss Buch gen Jerusalem“ des Jakob Bundi errang, eine deutsche Handschrift auf Papier von 1593/94. Mit 45.000 Euro deutlich unterhalb der Taxierung auf 60.000 Euro rangierten die zwanzig Briefe Friedrichs des Großen aus den Jahren 1777 bis 1785 an Katharina Eléonore Moreau de Maupertuis, die Hofmeisterin seiner Schwester Anna Amalia von Preußen. Der „Liber in iudiciis astrorum“, die erste lateinische Übersetzung des arabischen Gelehrten Albohazen Haly, der Anfang des 11. Jahrhundert Hofastrologe des tunesischen Königs war, wurde 1485 in Venedig gedruckt; das Werk blieb mit 40.000 Euro knapp unterhalb des Schätzwerts von 45.000. Ebenso ging es Schedels „Buch der Croniken und geschichten“, Nürnberg 1493, mit 40.000 Euro (Taxe 50.000).

In der Abteilung für Zoologie und Botanik stechen zwei Angebote heraus: einmal die „Florae Austriacae“ des österreichischen Wissenschaftlers Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin in fünf Bänden, Wien 1773, für taxgerechte 42.000 Euro; außerdem die erste Ausgabe von Nozemans & Houttuyns „Nederlandsche Vogelen“, gedruckt in Amsterdam 1770 bis 1829 in fünf Bänden, für 47.000 Euro (40.000). Die größte Überraschung gab es unter den Reisealben: Ein Album mit 21 Fotografien des Pioniers der Fototechnik Eadweard Muybridge von 1867/68 steigerte seinen Wert von erwarteten 6000 auf 85.000 Euro.

Für taxgerechte 35.000 Euro vermittelten sich die auf einer Reise durch Nordamerika entstandenen Eindrücke, die Maximilian Prinz zu Wied-Neuwied in einem Band mit 33 AquatintaTafeln, gedruckt 1839/41 in Koblenz, festhielt. Unter den Atlanten blieb Paolo Forlanis Weltkarte, von Claudio Duchetti 1570 in Venedig oder Rom verlegt, mit 70.000 Euro unterhalb der geschätzten 80.000. Ebenfalls leicht unter der Erwartung von 30.000 Euro erreichte ein Atlas vom Kupferstecher Frederick de Wits von 1680 aus Amsterdam den Zuschlag von 26.000 Euro. Schließlich verdoppelte die Erstausgabe von Karl Marx’ Rede „Über den Freihandel“ aus dem Jahr 1848, die er auf dem Wirtschaftskongress in Brüssel 1847 nicht halten durfte, ihre Erwartung auf 5000 Euro.

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