Nashornbecher bringen Glück, glaubte man im alten China und schenkte die wertvollen, kunstvoll geschnitzten Gefäße zum Beispiel zur Hochzeit. Nachdem Ruef in München bereits im Frühjahr einen Becher aus Rhinozeroshorn für 45.000 Euro versteigern konnte, enthält das Auktionsangebot für den 6. und 7. Oktober wieder ein solches kleines Prunkstück: Es wird bei 25.000 Euro starten. Im 17. oder 18. Jahrhundert erhielt es sein plastisches Pflanzendekor. Auch der passende Holzsockel besteht aus Ast- und Blütenschmuck - der daran erinnert, aus welchen Motivquellen der europäische Jugendstil schöpfte.
Ein Landschaftsbild aus der Sammlung des Prinzen
In der umfangreichen Asiatika-Offerte steckt als Spitzenlos ein hölzerner Bodhisattva-Kopf der Ming-Zeit (Limit 22.000 Euro). Unter rund 2000 Losen an Alter und moderner Kunst, Antiquitäten und Kunsthandwerk fällt beim Silber ein vergoldetes Brûle-Parfum ins Auge, das seine Düfte aus einem mehrstufigen, pyramidal endenden Aufbau in den Raum entließ: Um 1600 wohl in Frankreich entstanden, wird es bei 4500 Euro aufgerufen.
In gleicher Höhe startet das Gemälde einer südlichen Landschaft am Wasser mit antikisch gewandeter Staffage und einer dramatischen Baumruine. Ein Fotogutachten von 1951 weist das Werk Claude Vernet zu, dem berühmten See- und Hafenmaler. Die Provenienz Schloss Glienicke bei Potsdam adelt Emil Théodore Richters Weitblick am Rand der Albaner Berge: In Glienicke hing das 1843 gemalte Bild in der Sammlung des Prinzen Carl von Preußen (2500). Den Gatten auf den Schultern eilt fliegenden Schritts die Gattin - jedenfalls aus Loriots Sicht des Ehelebens: Die Tuschezeichnung des jüngst verstorbenen Humoristen kostet mindestens 250 Euro.