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Alte Bücher Stattliche Schlachten

21.07.2008 ·  Die begehrte Sammlung eines Mallorca-Forschers: Beim Auktionshaus Hauswedell & Nolte kamen wertvolle Bücher zum Aufruf. Die Zuschläge in Hamburg konnten selbst manchen Bieter überraschen.

Von Vita von Wedel, Hamburg
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Manchmal, so scheint es, verblüffen die bei Auktionen erreichten Preise nicht nur den glücklichen Einlieferer, sondern auch das normalerweise unerschütterliche Auktionshaus, vielmehr sogar den Erwerber. So geschah es während der Buch- und Autographenauktion bei Hauswedell & Nolte in Hamburg, als ein auf 1000 Euro geschätzter Brief von El Lissitzky zum Aufruf kam. Im September 1928 in Hannover schrieb er an die Geschäftsstelle der Novembergruppe in Berlin, dass er das Unternehmen sehr begrüße, „ein Dokument einer revolutionären Kampfzeit aufzustellen“.

Es folgt eine Aufstellung von Arbeiten, die in einem Ausstellungskatalog von 1922 abgebildet sind, und freundliche Grüße. Sein Signé in Rot und Schwarz schließt den Brief ab. Irgendwas auf diesem konstruktivistisch gestalteten Briefbogen muss die Bieter elektrisiert haben. Erst bei atemraubenden 23.000 Euro siegte ein deutscher Sammler, dem dieser Rekordkauf hoffentlich angemessene Freude bereitet.

Die exotische Vielfalt der Tiere

Die zweitägige Auktion verlief dann in ruhigeren Bahnen: Bei den Naturwissenschaften wurde die erste deutsche Ausgabe des ersten wissenschaftlichen Kräuterbuches, Contrafayt Kreuterbuch, verfasst vom Berner Humanisten und Stadtarzt Otto Brunfels in den Jahren 1532 bis 1537, mit 17.000 Euro knapp unterhalb der Schätzung honoriert und Brodtmanns „Naturhistorische Bilder-Gallerie aus dem Thierreiche“ von 1816 mit 6500 Euro. Bei der Länderkunde kam Ortelius' seltene deutsche Erstausgabe des Taschenatlas „Außzug auß des Abrahami Ortely Theatro Orbis Teutsch“, Frankfurt 1604, bei verdoppelter Taxe auf 4200 Euro, der dritte Teil der „Großen Reisen“ von Theodore De Bry, „Dritte Buch Americae, Darinn Brasilia...“, Frankfurt 1593, stieg auf 5200 Euro (Taxe 3000 Euro).

Ergebnisse: Bücher bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

Als höchst erfolgreich erwies sich die Sammlung russischer Landesbeschreibungen aus einer Schweizer Privatsammlung: Zumeist kam hier der Blick des europäischen Bildungsbürgertums auf das riesige Zarenreich zwischen die Buchdeckel, wie Lyalls „The Character of the Russians, and a Detailed History of Moscow“, London 1823, verziert mit Aquatinta- und Kupfertafeln, für das 5000 Euro (1200) geboten wurden. Hardings „Costume of the Russian Empire“, London 1810, verdoppelte die Schätzung auf 2000 Euro. Eine stolze russische Selbstbeschreibung ist „Kniga Marsova ili Voinskich“, der im Jahr 1713 erstmals in Sankt Petersburg erschienene Kriegsbericht mit stattlichen Schlacht- und Belagerungsplänen stieg von 1500 auf 8500 Euro.

Eine Reise zu den Liparischen Inseln

Wohlwollend wurde auch die Sammlung des legendären Mallorca-Forschers Erzherzog Ludwig Salvator aus der Bibliothek Beckmann aufgenommen. Umworben war besonders das achtbändige Werk über die Liparischen Inseln, 1893 bis 1896 in Prag gedruckt, das auf 6200 Euro stieg. Bei den Inkunabeln stieß Sebastian Münsters „Cosmographey, oder beschreibung aller länder“, Basel 1572, immerhin in der 13. Ausgabe, auf motivierte Bieter, die sie von 6000 auf 15.000 Euro hoben.

Bei den Modernen Pressendrucken entzückte eine Vorzugsausgabe von Schopenhauers Aphorismen wohl hauptsächlich durch den in den zwanziger Jahren von Ignatz Wiemeler gestalteten braunen Maroquin-Einband mit Vergoldungen: Sie kostete schließlich 17.000 Euro (5000). Bei der üppig edierten modernen Kunstliteratur siegte schließlich eine von 25 „Luxusausgaben“ von Fechters „Das graphische Werk Pechsteins“ mit zehn signierten Originalgraphiken von Pechstein und zwei farbigen Originallithographien auf den Deckeln von 1921: Ein Sammler bewilligte 31.000 Euro (25.000).

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