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Fragen an Marc Spiegler, den Direktor der Art Basel : Konzentration als Strategie

  • Aktualisiert am

Der Direktor der Art Basel erklärt im Kurzinterview den Hintergrund zu den aktuellen Nachrichten um eine neue Messe in Düsseldorf.

          Herr Spiegler, es ist behauptet worden, dass Sie, als Direktor der Art Basel, Miami Beach und Hongkong, mit einer neuen „Regionalmesse“ in Düsseldorf zu tun hätten, die von der Schweizer Messegesellschaft MCH angekündigt wurde? Zu MCH gehört auch die Art Basel. Stimmt das überhaupt?

          Die Art Basel gehört zur MCH Group, das ist korrekt. Aber die Art Basel ist nicht an der Initiative der MCH Group beteiligt, ein eigenes Portfolio von regionalen Kunstmessen zusammenzustellen, das mit der Akquisition der India Art Fair begonnen hat. Dies ist eine Initiative der MCH Group, die unabhängig von der Art Basel in einer eigenständigen Organisationseinheit umgesetzt wird und im Kontext einer Internationalisierung der MCH Group gesehen werden muss: Erst diese Woche hat sie die Übernahme von MC2, einer der führenden Eventmarketing-Firmen der Vereinigten Staaten mit Kunden wie Samsung, Toyota und Canon, bekanntgegeben. Es ist die größte Akquisition in der hundertjährigen Geschichte der MCH Group. Die Art Basel ist in diese Entwicklungen nicht involviert.

          Was ist für Sie das Ziel der global agierenden Art Basel? Und haben Sie, als Direktor Art Basel, weitere Standorte im Visier?

          Es ist unser Ziel, auf der ganzen Welt für unsere Galerien zu arbeiten, in dem wir sie und ihre Künstler mit wichtigen und auch neuen Förderern und Sammlern zusammenbringen. Die Art Basel hat keine Pläne, neben den drei Shows in Basel, Miami Beach und Hongkong weitere Messen zu organisieren. Die Strategie der Art Basel besteht darin, sich auf die Weiterentwicklung dieser drei Messen zu konzentrieren und „Art Basel Cities“ zu etablieren, unsere neue Initiative, die das Engagement der Art Basel auf Städte ausdehnt. Bei Art Basel Cities geht es nicht um die Realisierung weiterer Kunstmessen, sondern darum, in Partnerschaft mit Städten neue Kulturprogramme zu entwickeln – Buenos Aires ist unsere erste Partnerstadt.

          Wie viele Kunstmessen verträgt die Welt? Wie viele Messen, denken Sie, verträgt Deutschland?

          Ich denke, es ist in erster Linie eine Frage der Qualität. Gute Messen sind für einen gesunden Kunstmarkt sehr wichtig, da sie neue regionale Sammler in den Markt integrieren. In Deutschland gibt es eine sehr starke Kunstsammlerszene, besonders im Rheinland, und somit einen Markt für eben gute Messen. Wie viele Messen Deutschland verträgt, kann ich daher so nicht sagen. Wir werden es sehen.

          Die Fragen stellte Rose-Maria Gropp.

          Quelle: F.A.Z.

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