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Alte Kunst und Kunstgewerbe Gern nach der Natur

 ·  Werke aus einer römischen Privatsammlung verleihen dem Angebot von Van Ham besonderen Glanz. Vorschau auf die Auktionen mit Alter Kunst und Kunstgewerbe.

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© Van Ham Vergrößern Joseph Heintz d. Ä., „Maria Magdalena mit dem Engelchen“, Öl auf Leinwand 95 mal 74 cm (Taxe 60.000/80.000 Euro)

Das Hauptlos der Altmeister-Sektion, die mit rund 230 Losen am 16. November bei Van Ham in Köln zum Aufruf kommt, ist eine erstmals in Deutschland angebotene „Maria Magdalena mit dem Engelchen“ vom Prager Hofmaler Joseph Heintz d. Ä.: Es beeindrucken die fein gezeichneten, lebendig anmutenden Figuren, und eine Seite in Maria Magdalenas aufgeschlagenen Buch verbirgt die Signatur des Künstlers (Taxe 60.000/80.000 Euro).

Aus derselben römischen Privatsammlung stammt das Porträt des Charles Dupleix de Bacquencourt; Hyacinthe Rigaud schuf um 1738 das Bildnis des für den französischen König tätigen Finanzbeamten, der 1750 ermordet wurde (30.000/50.000). In Mirabello Cavaloris Gemälde „Venus und Amor“ nähert sich eine engelsgleiche Figur einer Frau: Das Werk des Florentiners lehnt sich an eine verlorene, später von Pontormo ausgeführte Komposition Michelangelos an (65.000/70.000).

Ein Blick aus Menzels Atelier

Das teuerste Los bei Van Ham entstammt dem 19.Jahrhundert: Jakob Philipp Hackert schuf seine weitläufige Ansicht einer toskanischen Landschaft im Jahr 1804. Das 65 mal 97 Zentimeter große Gemälde aus der Spätphase des Malers besticht mit für ihn typischen topographisch akkuraten Details; die Schätzung liegt bei 150.000 Euro. Außerdem werden sechs Hackert-Blätter angeboten, neben zwei Porträts vier kleinformatige Gouachen des jungen Künstlers mit Landschaften aus der Normandie (von 6000 bis 10.000 Euro).

Um 1862 skizzierte Menzel jenen Baum, den er aus seinem Atelierfenster sehen konnte (8000/12.000). Das Blatt war einst Teil der Sammlung Sommerguth, die von den Nationalsozialisten enteignet wurde. Van Ham konnte für die im „Lost Art Register“ vermerkte Zeichnung Restitutionsverhandlungen initiieren. Zu den markanten Papierarbeiten zählen auch ein Soldat auf seinem Pferd von Delacroix (15.000/20.000) und eine Landschaft von Carus (10.000/12.000).

Bei den Gemälden des 19.Jahrhunderts fällt Théodore Géricaults „Schimmel“ auf, der sich dramatisch vor dunklem Hintergrund abhebt (40.000/ 60.000). Aus der Düsseldorfer Malerschule kommen Oswald Achenbachs flirrende Ansicht des Golfs von Neapel (50.000/60.000) und eine italienische Landschaft im Abendlicht (40.000/ 45.000). Emilie Preyer, eines der wenigen weiblichen Mitglieder der Düsseldorfer Malerschule, fällt mit einem Früchtestillleben auf (23.000/25.000). Ein Stillleben mit Birnen und Weinglas von Otto Scholderer entstand 1899 (50.000/60.000).

Beim Kunstgewerbe am 17. November fällt eine deutsche Sammlung mit Objekten aus dem Bereich von Apotheke, Heilkunde und Pharmazie auf, in einem eigenen Katalog präsentiert: Zu den mehr als neunzig Losen zählen die mächtige barocke Offizine der „Einhorn“- Apotheke in Straubing (40.000/60.000) oder eine prächtige Augsburger Reiseapotheke des 17. Jahrhunderts (38.000/ 40.000). Daneben können Mörser, Holzstandgefäße und Apothekenflaschen Gefallen erregen.

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