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Albert Anker in Zürich Die drei von der Bergwelt

 ·  Vorschau: Albert Anker dominiert die Schweizer Kunst bei Sotheby’s in Zürich. Bei der Auktion werden elf Werke angeboten. Insgesamt wird der Wert auf sechs Millionen Franken geschätzt.

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Die Bilder von Albert Anker waren schon zu seinen Lebzeiten sehr beliebt. Überraschend jedoch sind das in den vergangenen Jahren wieder entflammte Interesse und die aktuellen Rekordpreise für den Künstler. Sotheby’s kann in Zürich am 4. Juni in der Auktion mit Schweizer Kunst gleich elf Werke anbieten. Die oberen Taxen der sechs Gemälde, vier Zeichnungen und einer Fayence belaufen sich auf mehr als sechs Millionen Franken und machen damit den Löwenanteil der knapp hundert Lose umfassenden Versteigerung aus.

Der Künstler, selbst Vater von sechs Kindern, schuf mit diesen eindrücklichen Kinderbildnissen psychologisierende Porträts seiner Zeit. Ankers „Schulknabe“, um 1875, ist geschätzt auf 1,5 bis zwei Millionen Franken. In diesem Bild spiegelt sich auch seine Überzeugung, geistige Bildung sei das wichtigste Lebenselixier für die Kinder. 1885 entstand sein kleinformatiges „Mädchenbildnis“ (Taxe 1,2/1,8 Millionen Franken), und mit dem „Schlafenden Mädchen auf einer Holzbank“ (1/1,5 Millionen) kommt ein Anker-Ölbild zum Aufruf, das anekdotisch vom friedlichen Landleben in seinem Heimatdorf erzählt. Alle drei Gemälde gelangen nach fünfzig Jahren in Schweizer Privatbesitz erstmals wieder auf den Markt. Erst nach Ankers Schlaganfall entstanden zwei Aquarellbildnisse, deren Taxen bei 80 000 und 120 000 Franken liegen. Weniger bekannt sind Ankers Stillleben, von denen nun „Heringe“ (300 000/400 000) von 1899 zum Verkauf steht.

Der Dritte: Giovanni Giacometti

Vier Werke von Ferdinand Hodler bilden einen zweiten Schwerpunkt. Das hochformatige Gemälde „Wasserfall in Savoyen“ (400 000/600 000) ragt heraus. Die zwei Studien in Öl, eine Ganzfigur (200 000/300 000) und ein Kopf (60 000/ 80 000), sind Vorarbeiten Hodlers zum Wandbild „Blick in die Unendlichkeit“, das er zwischen 1910 und 1917 für das Kunsthaus Zürich fertigte. Schließlich führt der Katalog die Studie eines „Schwörenden“ (20 000/30 000), um 1912 ausgeführt in Öl auf Papier und Leinwand.

Als Dritter im Bunde der großen Namen reiht sich Giovanni Giacometti mit ebenfalls vier Werken ein: Seine „Herbstlandschaft“ von 1932 zeigt einen Blick auf die sonnigen Wiesen um Soglio im Bergell. 1939 zählte das großformatige Ölbild zur Sammlung des Industriellen Emil G. Bührle, jetzt soll es für bis zu 1,5 Millionen Franken in neue Hände übergehen. Noch etwas länger befindet sich Giacomettis „Waldweg“ (500 000/700 000) von 1917 in Privatbesitz. Das geheimnisvoll leuchtende Bild galt als verschollen.

Das strahlende „Valle Fiorita“ - gemalt 1912 und überarbeitet 1924 - hingegen wanderte durch etliche Sammlungen und Ausstellungen (1,2/1,8 Millionen). Mit „Jeunes Valaisannes au parc“ (220 000/260 000), einer großformatigen Temperamalerei, entführt Raphy Dallèves in die Westschweizer Bergwelt des Jahres 1911. Die Taxen für vier brave Landschaften und Blumenstillleben von Cuno Amiet liegen zwischen 18 000 und 80 000 Franken. Werke von Adolf Dietrich, die zwischen Hyperrealismus und Surrealem changieren, erzielten zuletzt hervorragende Ergebnisse. Sein „Sommergarten in Berlingen“ von 1940 gilt als Schlüsselwerk (150 000).

Sotheby´s in Zürich bietet bei einer Auktion am 4. Juni 2012 elf Werke von Albert Anker an.

Quelle: F.A.Z.
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