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Katalog der Antiquare : Bücher für alle!

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Kunstmarkt/Sammlung von 32 teils aufwendig in Prägedruck und Farblithografie hergestellten Menü- und Programmkarten bzw. Flaschenetiketten, deutsch, französisch, ungarisch u.a., um 1890-1940, beim Antiquariat Karajahn in Berlin für 380 Euro Bild: Antiquariat Karajahn

Zum neunten Mal erscheint der Gemeinschaftskatalog der Antiquare. Er öffnet auf 160 Seiten eine wahre Schatzkiste für Bibliophile – und für alle, die noch an das gedruckte Wort und Bild glauben. Hier eine kleine Auswahl aus dem Angebot.

          „Bücher sind das papierne Gedächtnis der Menschheit“, das wusste Arthur Schopenhauer. Im digitalen Zeitalter wird es von Tag zu Tag wichtiger, sie zu bewahren, zu pflegen und sie zugänglich zu machen. Dazu leisten die Antiquariate einen erheblichen Beitrag. Eine besondere Lektüre ist entsprechend der illustrierte Gemeinschaftskatalog der Antiquare, den die „Genossenschaft der Internet-Antiquare“ (GIAQ) nun zum neunten Mal herausgegeben hat. 57 Antiquare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentieren auf 160 dichtbedruckten Seiten mehr als achthundert Bücher, Autographen und Graphiken, Handschriften und Plakate aus nahezu allen Epochen der Buch- und Druckgeschichte.

          Moderate Preise beginnen bei rund fünfzig Euro; die meisten Angebote bewegen sich im drei- bis vierstelligen Bereich. Das teuerste Angebot stellen die gesammelten Bücher und Schriften Martin Luthers, die zwischen 1555 und 1562 herausgegeben wurden, mit zahlreichen Holzschnitten von Luther, seinem Mitstreiter Philipp Melanchthon sowie Fürsten und Herzogen versehen und für 16.300 Euro beim Antiquariat Peter Petrej in Zürich zu haben sind. Bewundernswert ist beim Antiquariat Arno Adler aus Lübeck ein japanisches Lackalbum, ein Fotoalbum im Lackeinband, mit 26 handkolorierten Fotografien, die japanische Landschaften, Gebäude, Gärten und Straßen zum Motiv haben (3800 Euro).

          Einige Antiquare haben ihre Angebote unter ein bestimmtes Thema gestellt: Historisch bedeutsame Ereignisse stellt zum Beispiel Sibylle Böhme aus Berlin in den Fokus; sie bietet Bücher und Zeitschriften zur Novemberrevolution von 1918 und zur Studentenbewegung von 1968 – mit ihren jeweiligen Folgen – an, darunter verschiedene Ausgaben von Zeitungen und politischen Zeitschriften, Flugblättern und Plakate (Preise von 25 bis 2500Euro). Eine Protestbewegung hält auch die Fotografiestudie „We protest: A Photographic Study of The Bay Area Protest Movement“ von William Irwin fest, die 1969 die Studentenrevolte in den kalifornischen Städten San Francisco und Berkeley dokumentiert (450 Euro).

          Stillleben auf japanischem Lackalbum mit 26 Originalfotografien, um 1885, für 3800 Euro beim Antiquariat Arno Adler in Lübeck Bilderstrecke

          Liebhaber der Geschichtswissenschaft werden auch beim Heidelberger Antiquariat Thomas Hatry fündig, das etwa die „Römische Historie“ von Titus Livius, versehen mit Textholzschnitten, in einer Ausgabe von 1514 im Angebot hat (4400 Euro). Eine „Beschreibung des gantzen Welt-Kreisses“ vom französischen Kartographen Allain Manesson Mallet aus den Jahren 1684/85 eröffnet eine Vermessung der Welt aus dem 17.Jahrhundert, die mit Karten, Kupferstichen und Porträts gespickt ist (2400 Euro).

          Sartre, Kafka, Defoe und ein Alchemist

          Eine seltene Textgattung hat Sebastian Eichenberg vom Antiquariat Hamecher in Kassel gewählt: Er konzentriert sich auf historische Briefsteller, Bücher mit Anleitungen zum korrekten Verfassen von Briefen, die besonders im 17. und im 18.Jahrhundert an Bedeutung gewannen. Dort firmieren neben anderen „Der auf neue Manier abgefaßte... Brief-Steller“ mit Schreibanweisungen zu sämtlichen Anlässen wie Geburtstagen, Namenstagen und Jahrestagen von Franz Henning Salander aus dem Jahr 1734 (300 Euro) oder der „Neueste mercantilische Briefsteller zur Unterhaltung für geübte Männer und Belehrung für wißbegierige Jünglinge“, den der Kaufmann Johann Christian Sinapius 1799 verfasste (750 Euro).

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