12.06.2012 · In Syrien sterben auch die Wurzeln der europäischen Kultur - rücksichtslos werden antike, byzantinische und mittelalterliche Stätten beschossen, Museen geplündert und Kunstwerke verhökert.
Von Andreas KilbRichtlinien für Lesermeinungen
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Wie im Iraq, wo die US-Invasoren vor jede Ölinstallation Wachen aufgestellt haben, ...
... aber die Kulturgüter der Plünderung und Zerstörung
freigegeben haben.
Die Gefahr für die Menschheit und unsere jahrtausende alte Kultur
hat ihr Zentrum im Pentagon, der Wall Street, und dem Weißen Haus.
Und der ganzen Koalition der Billigen von London über Berlin bis
Tokyo und Sidney.
@LÜKO WILLMS
Nun, diese Kulturgüter sind ja nicht verloren ... oder denkt
jemand, dass sich die geraubten Güter in den Wohnungen der Iraker
bzw. der Syrier wiederfinden?
Sie werden auf den internationalen Markt gelangen und von dort in die
Hände des superreichen Geldadels dieser Erde.
Wenn es um politische Interessen, um Macht, Geld und Öl geht, dann
sind die Kulturschätze, dann sind die Zentren der Weltkultur nun
wirklich zweitrangig.
Kann man in Las Vegas, in Disney- und Legoland doch alles nachbauen.
Es ist gut, dass frühzeitig auch der Schutz der Kulturgüter eingefordert wird. Irak und Ägypten sind noch in guter Erinnerung. Wer aber Kultur schützen will muss zuerst die Menschen und ihren Staat schützen. Syrien ist ein eigenständiges Land, das seine Probleme selbst lösen muss, ohne dass die USA, Saudi Arabien oder deren Vasallen Waffen und Söldner ins Land schmuggeln und in einer ehedem extrem friedlichen Region Unheil stiften. Also: Nicht die Auswirkungen bekämpfen, sondern die Wurzel des Übels erkennen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 10:43 Uhr@ECKART SACKMANN
Ich kann dieses Krokodilstränen wirklich nicht mehr sehen ... da
werden einerseits alle möglichen Gruppierungen in Syrien
unterstützt, allein weil sie das Assad-Regime bekämpfen.
Der Westen nimmt doch das derzeitige und natürlich auch
künftig normale Chaos in Syrien bewusst hin, ja er hat es per
militärischer und finanzieller Hilfe erst ermöglicht.
Die Zerstörung der Ordnung in Syrien soll sichern, dass Syrien
für Israel kein ernst zu nehmender Partner Irans mehr sein kann und
im Fall des angekündigten Angriffs auf den Iran die vereinbarten
Beistandspflichten nicht mehr erfüllen wird.
Dass damit auch die Kulturgüter in Syrien gefährdet werden,
denn wo kein Hüter mehr ist, da sind Kulturräuber im Auftrage
ihrer reichen privaten Auftraggeber im Westen nicht weit, dass sollte
auch dem dümmsten unserer "Staatsdiener" klar sein ...
aber die "Sicherheit" eines potentiellen Angreifers Israel ist
offensichtlich wichtiger, dem opfern wir, nicht Assad, gerade das
Weltkulturerbe in Syrien.
Fuer Frieden sind eben immer zwei Seiten noetig und der syrischen Regierung kann man den Buergerkrieg nicht anlasten, den Aufstand der Strassenkaempfer, den die Amerikaner an anderen Orten mit Drohnen bekaempfen. Die Zahl der politischen Gefangenen in libyschen Gefaengtnissen hat sich nicht geaendert und die Prozesse sind noch kuerzer geworden. Raeuber sind wir alle!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 10:33 Uhr@FRITZ TEICH
Gemäß Artikel 20 des Grundgesetzes ist für Deutschland
geregelt, dass Widerstand gegen jeden, der es unternimmt, die vom
Grundgesetz definierte Ordnung zu zerstören, zulässig ist -
und damit natürlich auch und gerade für die Staatsorgane der
Bundesrepublik zu deren Pflichten gehört.
In Syrien versuchen seit Monate Aufständische gemeinsam mit
putschenden, ihren Eid verletzenden Militärs , die derzeitige
syrische Gesellschaftsordnung zu beseitigen.
Dass das herrschende Assad-Regime dem nicht tatenlos zusieht, sollte man
als normal ansehen, denn genauso, wie Assad in Syrien, würde Merkel
in Deutschland reagieren, reagieren müssen.
Niemals würde sie tatenlos zusehen, wenn putschende Militärs
und rechter Mob mit Gewalt eine Gesellschaft errichten wollten, die z.B.
auf den Austritt Deutschlands aus der Nato, aus der EU und auf ein
weitgehend autarkes Deutschland mit einer eigenen Währung orientiert.
Wir werden uns noch wundern, wen wir uns da gerade als zukünftige
"Freunde" heranzüchten.