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Streit um Nofretete „Ägypten hat keine Rechtsansprüche“

15.05.2010 ·  Sie ist der unbestrittene Star im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel: die Büste der Nofretete. Jetzt hat Ägypten angekündigt, kommende Woche offiziell von Deutschland die Rückgabe einzufordern.

Von Anne Christin Klotz
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Ein Streit mit langer Geschichte flammt wieder auf: Am Donnerstag hatte der Generalsekretär der ägyptischen Altertumsbehörde, Zahi Hawass, eine Rückgabeforderung angekündigt. „Wir diskutieren jetzt nicht mehr darüber, ob wir dies tun, sondern nur noch darüber, wie diese Forderung formuliert werden soll“, erklärte Hawass in Kairo. Seit Herbst ist die Nofretete-Büste das Glanzstück des Neuen Museums auf der Berliner Museumsinsel.

In Deutschland wird die Forderung noch mit Gelassenheit betrachtet. „Ein Rückgabe-Ersuchen aus Ägypten ist bisher nicht eingegangen“, sagte Birgit Jöbstl von der Stiftung Preussischer Kulturbesitz und verwies auf eine frühere Stellungnahme des Hauses. Darin heißt es: „Die Dokumente belegen klar und deutlich, dass der preußische Staat die Büste rechtmäßig erwarb und keine Rechtsansprüche von Seiten Ägyptens bestehen.“

Rückgabeforderungen schon mehrfach abgelehnt

Die Darstellung der Gattin des Pharaos Echnaton war 1912 von dem deutschen Archäologen Ludwig Borchardt in Tell el-Amarna ausgegraben und wenig später nach Berlin gebracht worden. Vertreter des ägyptischen Staates haben seither wiederholt die Rechtmäßigkeit des Erwerbs der Büste durch den preußischen Staat bestritten.

Bereits im Jahr 1924 gab es erste Rückgabeforderungen, auch 1933 und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde über den Besitz des aus dem vierzehnten Jahrhundert vor Christus stammenden Kunstwerks gestritten. Vor drei Jahren hatte Ägypten darum ersucht, die Büste für eine Ausstellung bei den Pyramiden von Gizeh ausleihen zu dürfen. Der Kulturausschuss des Deutschen Bundestages lehnte damals die Bitte mit Hinweis auf die konservatorischen Risiken des Transports ab.

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