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Schmähung vor dem Met : Konnte Renoir nicht malen?

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Rund zwei Dutzend Renoir-Gegner demonstrierten vergangene Woche vor dem Metropolitan Museum of Arts. Sie zählen sich zur RSAP-Bewegung: „Renoir sucks at painting“.

          Ist das Renoir, oder kann das weg? Hält man es mit Max Geller, ist die Antwort eindeutig: „Renoir Sucks at Painting“! Geller ist der Gründer der am vergangenen Samstag aufgetauchten Anti-Renoir-Bewegung „RSAP“ (für: Renoir Sucks at Painting). Zusammen mit rund zwei Dutzend weiteren Anhängern skandierte der 31-Jährige aus Brooklyn vor dem Metropolitan Museum of Arts in Manhattan Parolen wie „God hates Renoir“ oder „ReNOir“.

          Das Museum, das 19 Renoir-Gemälde in seinem Besitz hat und in der Dauerausstellung zeigt, betreibe „aesthetic terrorism“, sagt Geller. Sogleich solidarisierte sich eine Handvoll aufgebrachter Renoir-Sympathisanten mit „Je suis Pierre-Auguste“-Transparenten mit dem geschmähten Franzosen und warf Geller und seinen Anhängern Nazi-Methoden vor.

          Geller wertete die Aktion dagegen als vollen Erfolg. Auch wenn das Museum die Proteste ignoriere und die Gemälde weiterhin an ihren Plätzen hingen, habe man zumindest die weltweite Debatte um das Talent des Malers anregen können. Nun ja. Geller, der sein Geld als Politikorganisator verdient, geht es, sagt er, um nicht weniger als die „Demokratisierung von Schönheit“ und den Kampf gegen eine „kulturelle Hegemonie“.

          „Meine Verachtung für Renoir rührt aus der dürftigen Qualität seiner Arbeit, der jegliche emotionale Kraft abgeht“, sagt Geller, im Übrigen sei es politisch fragwürdig, dass das Museum 19 Gemälde eines einzigen weißen, männlichen Künstlers zeige, der „misogyn“, ein „Suprematist“ und „Orientalist“ sei. Auf Geller wartet nun allerdings noch sehr viel Arbeit. Demnächst will er sich der Barnes Collection in Philadelphia annehmen, die mehr als 140 Arbeiten von Renoir beherbergt. Andererseits ist Geller auch ein bescheidener Mann. Es wäre „ein orgiastischer Sieg“, erklärte er gegenüber der amerikanischen Website „The Daily Beast“, wenn das Metropolitan Museum auch nur einziges der Renoir-Gemälde entferne.

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