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Rückgabe von Beutekunst Die letzten deutschen Kriegsgefangenen

Viele Kunstwerke aus Deutschland wurden im Laufe des Zweiten Weltkrieges als Beute nach Osteuropa gebracht. Die meisten Länder haben das Kulturgut inzwischen zurückgegeben. Polen und Russland aber stellen sich bei Verhandlungen weiter quer.

© dpa Vergrößern Merowingerskulptur in russischer „Kriegsgefangenschaft”

Wer sind die letzten deutschen Kriegsgefangenen? So wurden Kulturgüter in einst jüdischem Besitz bezeichnet, deren Rückgabe die Bundesregierung 1998 zugesagt hat. Doch es gibt noch andere Kriegsgefangene.

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Gemeint sind deutsche Kunstwerke, die in den östlichen Nachbarstaaten beschlagnahmt oder dorthin gebracht wurden. Seit vielen Jahren wird über die gegenseitige Rückgabe verhandelt. Insbesondere mit Russland und Polen ist das schwierig - dabei ist die rechtliche Lage klar: Schon die Haager Landkriegsordnung von 1907 untersagt die Beschlagnahme von Kunstwerken und fordert sogar dazu auf, sie zu ahnden.

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Keine Einladung nach Polen

Die Pflicht zur Lösung des Rückgabestreits wurde in Nachbarschaftsverträgen mit beiden Staaten Anfang der neunziger Jahre konkretisiert. Während mit Russland wenigstens ab und zu gesprochen wird (das Land sperrt sich allerdings weitgehend gegen Rückgaben), sind die Verhandlungen mit Polen vollkommen ins Stocken geraten. Seit zwei Jahren bewegt sich nichts - und das liegt nicht an Deutschland.

Im Herbst 2005 wäre Polen mit einer Einladung an der Reihe gewesen, nachdem im März 2005 in Berlin getagt wurde. Seit 1992 laufen die Verhandlungen, man traf sich abwechselnd in Deutschland und in Polen. Diese Gespräche waren nie einfach, wie sich deutsche Teilnehmer erinnern. Vor allem waren sie erfolglos.

Außer einer Luther-Bibel - anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Schröder in Warschau - hat das weitgehend katholische Polen nichts zurückgegeben. Dort befinden sich noch Bestände der früheren Preußischen Staatsbibliothek mit Hunderttausenden Autographen und Büchern, ferner zahlreiche Bilder sowie Musikalien von Mozart und Beethoven, Nachlässe etwa von Goethe, mittelalterliche Handschriften und nicht zuletzt das Lied der Deutschen in der Handschrift des Autors Fallersleben sowie 25 historische Flugzeuge.

„Wunde im deutschen Kulturleben“

Tono Eitel, ehemaliger deutscher UN-Botschafter in New York und seit 2002 Sonderbotschafter für die Verhandlungen mit Polen und der Ukraine, schreibt in einem demnächst vorgestellten Sammelband zu Kulturgütern im Zweiten Weltkrieg: „Grundsätzliche Beutekunstprobleme haben wir also, soweit ersichtlich, nur mit zwei ehemaligen Kriegsgegnern: Russland und Polen. Alle übrigen Staaten, auch von der Wehrmacht schrecklich verheerte wie die Ukraine, haben sich für eine Politik der Restitution entschieden.“ Auch aus den kaukasischen und zentralasiatischen Republiken ist zurückgegeben worden, „was immer als deutsches Eigentum identifiziert werden konnte“, wie der deutsche Sonderbotschafter schreibt.

Eitel, der darauf Wert legt, dass die bilateralen Beziehungen zu diesen Staaten dadurch nicht „kontaminiert“ werden dürften, meint gleichwohl, die Zurückhaltung deutscher Kulturgüter bleibe „eine Wunde im deutschen Kulturleben. Sie lässt sich auch nicht schließen durch eine Therapie der Erinnerung an kausale deutsche Verbrechen.“ Ein Verschweigen leiste dem „Irrtum Vorschub, Deutschland könne sich mit einem endgültigen Verlust der betroffenen Kulturgüter abfinden“.

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Veröffentlicht: 26.07.2007, 14:31 Uhr

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