19.01.2009 · Er kann nicht nur Tiger jagen, große Fische angeln und Amtskolleginnen umgarnen, er versteht es auch, einen Pinsel zu führen. Bei einer Wohltätigkeitsauktion ist jetzt Putins Erstlingswerk versteigert worden: „Usor“ heißt es, zu deutsch „Muster“ - und wurde teuerstes Los.
Der Mann kann anscheinend von allem - ein bißchen: Tiger jagen, Russland beherrschen, große Fische angeln, Charmeattacken auf Amtskolleginnen starten - und jetzt auch noch Gemälde erschaffen. „Usor“ - zu deutsch „Muster“ - ist der Titel von Wladimir Putins erstem, eigenhändig signierten Werk, das jetzt ans Licht der Öffentlichkeit gefunden hat.
Das Bild scheint stark volkskünstlerischen Praktiken verpflichtet, in Duktus, Farbigkeit und Motiv, als das sich ein Sprossenfenster mit Eisblumen identifizieren lässt. Allein, sein Schöpfer garantierte für den Erfolg bei einer Wohltätigkeitsauktion in St. Petersburg, der Heimatstadt des russischen Regierungschefs: Für 37 Millionen Rubel, rund 860.000 Euro, ersteigerte die Moskauer Galeristin Natalia Kurnikova Putins Erstlingswerk und machte es so zum teuersten Los unter achtunzdzwanzig Gemälden Prominenter.
Es ist bekannt, dass die russische Klientel auf dem internationalen Kunstmarkt bisher weitgehend mit den Ohren gekauft hat, will heißen nach Hörensagen - und vor allem Kunst, die andere auch schon haben. Nun freilich, da die ubiquitäre Krise auch russische Oligarchen und deren Entouragen nicht ganz verschont, scheint die Galeristin sich auf ihr unbestechliches Auge verlassen zu haben.