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Planungsdesaster in der Hauptstadt Berlin, schau auf deine Alten Meister!

 ·  Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will die Alten Meister aus Berlins Gemäldegalerie herausnehmen. So gefährdet sie ohne Not eines der kostbarsten Güter der Nation.

Artikel Bilder (6) Lesermeinungen (14)

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Robert Bock

Klare Regeln

Die aktuellen kulturpolitischen Mißstände sind im Wesentlichen auf den Verlust der Unabhägigkeit der Mussen zurückzuführen. Wenn der Staat eine Einrichtung finanziert oder mitfinanziert muss er auch klare Regeln aufstellen. Unvorstellbar, dass Schulen, Gerichte oder die Polizei sich von Spenden und Schenkungen abhängig machen. Die Industrie hat sich die moderne und zeitgenössische Kunst, an der sie besonders interessiert zu sein scheint, untertan gemacht (siehe Documenta), die Mussen als Wissenschaftsinsttute deformiert.
Daher sind alle Geldzuwendungen an staatlich geförderte Einrichtungen (auch an die Universitäten) grundsätzlich zu unterbinden, Schenkungen dürfen nur dann angenommen werden, wenn sie nicht mit Zusagen verknüpft werden müssen. Gerade diejenigen, die sich in den letzten Jahren für die Deregulierung musealer Standards eingesetzt haben verfügen oft genug selbts über mangelhafte fachliche Qualifikationen und ersetzen diese dutch hingabevolle Kungelei.

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Burkhardt Brinkmann

Über den grünen Klee ...

... lobt der Herr Beaucamp die Bestände der Sammlung Alter Meister. Dass alle großen Namen vertreten sind bedeutet leider nicht, dass die Sammlung von allen die besten Bilder hätte.

Um mich im Detail zu äußern, müsste ich mehr über die Vorgänge wissen.
Aber eines ärgert mich, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund unserer Verschuldungsmissionierung "für den Euro" durch (interessengeleitete) angelsächsische Wirtschaftswissenschaftler, ganz gewaltig: Dass sich Amerikaner jetzt auch noch in unsere Museumsplanung einzumischen für berechtigt halten.
Es wird Zeit, dass wir diesen vielfältigen transatlantischen Interventionen deutlich mehr Selbstbewusstsein entgegensetzen!
Vielleicht sollten wir mal einen Verein gründen, der sich für die Kulturförderung mit mehr Staatsknete in den USA stark macht?
Das Echo von drüben möchte ich nicht hören!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.07.2012 14:28 Uhr
Michael Vorwerk

Amis raus! willkommen daheim!

"Um mich im Detail zu äußern, müsste ich mehr über die Vorgänge wissen" - sehr richtig. und da letzteres nicht der fall ist, sollte ersteres besser unterbleiben. im übrigen ist eine sammlung nicht erst dann bedeutend, wenn sie "von allen (großen namen) die besten bilder" hat. verstehe ich herrn Brinkmanns beitrag recht (sicher bin ich mir da nicht), dann sollten welsche kunstfreunde sich aus den angelegenheiten deutschen kunstwesens raushalten. mal angenommen, diese empfehlung fände uneingeschränkte resonanz: wäre man im provinzgärtchen wieder ganz unter sich, traulich treu samt jägerzaun und gartenzwerg.

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Michael Vorwerk

Berlinische Idiotismen

Ein Reicher sammelt Kunst und träumt von der Ewigkeit. Seine Sammlung bietet er als Geschenk. Das könnte man großzügig finden, selbstlos und nobel, wäre da nicht die atemberaubende Anmaßung, die Erwartung, es möge ihm auf öffentliche Kosten ein großer Bau freigeräumt (!) und – dies der tiefere Grund der unseriösen Offerte – seinen Erben die Last der Erbschaftssteuer vom Halse geschafft werden. Er findet nichts dabei, zu diesem Zwecke die grandiose Sammlung Alter Meister (der ich bei jedem meiner Berlin-Besuche meine Aufwartung mache) hierhin und dahin zu verfrachten. Weisungsempfänger finden sich: voran der servile Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (!) Parzinger, der redet wie ein Vertreter und blickt wichtig drein; dazu dieser Realschullehrer aus Bremen-Nord, Bernd Neumann, für Parteitreue mit einem Amt belohnt, das ihn blamiert. Im Unterschied zu den Alten Meistern gehören beide nicht ins Kulturforum oder an dessen Wände. Sie gehören ins Depot.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 15.07.2012 11:47 Uhr

Ein Schritt nach dem anderen

Der Umzug der Alten Meister auf die Spreeinsel ist zunächst eine gute Idee. Eigentlich gehören sie da hin und werden das Areal noch einmal beträchtlich aufwerten. Ebenso ist es eine gute Idee, den Kemperplatz zu einem Bezirk der Modernen Kunst zu machen.

Aber der Autor hat ganz Recht, wenn wenn er die Vorgehensweise kritisiert bei der Gemälde in bestehende Sammlungen hineingequetscht oder in Depots ausgelagert werden sollen. Für wie lange dann eigentlich?

Es fehlt auf der Museumsinsel ein eigenes Gebäude für diese alten Kunstwerke. Das muß erst geschaffen werden (sehr schwierig) und erst dann kann die bestehende Gemäldegalerie der Modernen Kunst überlassen werden. Es wäre schön, wenn auch großzügige Sammler diese Schrittfolge mitvollziehen könnten.

Der Wiederaufbau (eigentlich nur einiger Fassaden) des Schlosses in Mitte war eine großartige Gelegenheit, aber seine Konzeption hat sich in eine Richtung entwickelt, die den Alten Meistern vielleicht nicht so ganz zuträglich wäre.

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Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 15.07.2012 09:56 Uhr

... (laut:) N E U ! ...

Die "Moderne" wird überschätzt. Jeder kleine Gag, der sich als "neu!" schreiend anpreist, wird weit überschätzt. Duchamp war noch wirklich neu. Aber danach?
Und wer kauft das? Wer treibt die Preise hoch, damit die Presse mitspielt? Ahnungsbefreite Neureiche und natürlich: Spekulanten (Saatchi, Russen).
Abwarten. Und dann sehen, was bleibt, q.e.d. = wie zum Beispiel die "Alten Meister". Die soll man ehren. Und nicht ins depot abschieben. Weil das NEUE so schön bunt ist.

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Henriette Kaschulke

Berlin? Dort ist Bayern und Schwaben.

Diejenigen, die sich gern mit ihrer Feder oder besser der Tastatur gegen "Berlin" auslassen, sollten vielleicht berücksichtigen, dass in der Stadt viele wichtige Posten in Kultur, Politik und Wirtschaft in schwäbischer und bayrischer Hand sind. Was wir also beobachten können, hier oder am Flughafen, ist habitualisierter Ausfluss der süddeutsche Provinz

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.07.2012 11:56 Uhr
Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 15.07.2012 11:56 Uhr

Berlin hat ein Riesenproblem

Es hat überhaupt keine gebildete Bürgerschaft. Was Berlin (nicht) kann, sieht man exemplarisch am Komplex Kulturforum/Kunstgewerbemuseum. Man sieht es auch am Zustand des ganzen Bereiches Kemperplatz. Bis hin zur Bushaltestelle direkt vor dem Haupteingang der Philharmonie.

Die Einzigen landesweit, die die Berliner für großstädtisch halten, das sind die Berliner selber.

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ulrich moskopp

Ein zweischneidiges Schwert

Es ist richtig: Die Berliner Gemäldegalerie hat die Möglichkeit alte Meister und Malerei gut auszuleuchten und ein intensives Studium zu ermöglichen, vor allem hat sie auch die konservatorischen Vorraussetzungen. Nur, leider, der Bau ist dennoch öde und zum Beispiel die Textilbespannungen teilweise arg ramponiert (verschmiert!). Man hat ständig den Eindruck in einem Nachbau, z.B. des Kunsthistorischen Museums in Wien oder der alten Nationalgalerie in München, zu wandeln. Das Gebäude atmet die Ödnis einer Architektur aus zweiter Hand. Dies schreibt ein Maler (frei lebender Waldvogel) und nicht Historiker(Ornithologe), denn ich möchte in einer solchen phantastischen Sammlung frei schweben und nicht nur konservieren, zuordnen, versprachlichen, usw. Museumsneubauten, gerade die für alte Meister, sind eine schwere Herausforderung für zeitgenössisches Bauen. Wie so etwas gründlich daneben gehen kann, kann man in Köln seit dem Umzug des alten Wallraf-Richartzmuseum in den Ungersbau erleben.

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Matthias Barth

Stadtschloss

Die derzeitige Diskussion wäre doch ein wunderbarer Anlaß die mögliche Übersiedlung der Gemäldegalerie in das künftige Stadtschloss noch einmal zu diskutieren. Dieser Bau würde räumlich für die Gemäldegalerie allemal hinreichen und könnte einen würdigen architektonischen Rahmen für eines der bedeutendsten Museen der Welt bieten.
Die ethnologischen Sammlungen könnten statt dessen im Dahlemer Völkerkundemuseum in der Arnimallee verbleiben, wo sie ihren historischen Standort haben. Der Begriff "Humboldtforum" war ohnehin ein der political correctness geschuldeter Schildbürgerstreich um das Schlossprojekt politisch durchsetzen zu können.
Die Kuratoren der Gemäldegalerie sollten vielleicht für einige Zeit von der masochistischen Arbeit ablassen ihre Exponate als Kopien zu "enttarnen" (Caravaggios "Maria mit dem Kind", George de la Tours "Heiliger Sebastian", Rembrandts "Mann mit dem Goldhelm" etc. etc.) und sich einer sinnvollen Arbeit zuwenden.

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Werner Hahn

OCCUPY Institution Nationalgalerie: Doppelter Offener Brief an Bernd NEUMANN

Die Politik, bei ihr habe „die Kunst heute keine verständigen Anwälte mehr“: Eine Diagnose, die ich seit 20 Jahren feststelle (Fall Documenta; NJW: „Muss Kunst monokratisch sein? Der Fall documenta“; vgl. NJW 17/1997 S.1112-1114; auch NJW 22/1993). Ja: Breiter Widerstand regt sich, auch der von der amerikanischen Harvard-Universität im Internet eindrucksvoll organisiert wird. Nicht nur engagierte Berliner Bürger sind zu Besetzungen und Belagerungen (= OCCUPY OCCUPY Institution Nationalgalerie) der Gemäldegalerie entschlossen! Zwei Offene Briefe richtete ich an Bernd NEUMANN. Ich soll eine Antwort erhalten, sagte man mir. Dass die umstrittene PRIVAT-Sammlung von Erich MARX ins Feld geführt (Warhol, Twombly, Beuys - Hamburger Bahnhof) in die Gemäldegalerie ziehen möchte, ist ein Skandal. Wieder ein KUNSTMARKT-Fall, da man hier es mit „Leihgaben mit ungewisser Zukunft zu tun“ hat, die „von Verkäufen aus dem Museum heraus nicht verschont blieben“. Typisch: „Absichtsvoll wird die Legende ge

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Martin Gutensohn

Es geht immer nur um das eine ...

das Geld. Die Galerie der Alten Meister ist wundervoll, das Haus auch. Ein Hochgenuss für jeden Besucher. Aber es fehlt der Andrang, das Publikum mit dem geschulten Auge und dem kunsthistorischen Hintergrund. Und damit kommt zu wenig Geld in die Kasse. Man will aber Kasse machen immer und überall. Dann kommt das Chaos und am Ende bezahlen die Berliner drauf.

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martin fehlig

unglaublich

das ein x-beliebiger sammler derart einfluß nehmen will und auch noch bekommt. allein das diskreditiert doch schon das projekt, unter schenke versteht man etwas anderes. er will sich einen platz in der geschichte kaufen; soll er doch seine schnorraktion nach geltung in usa versuchen.
der letzte max ernst in privatbesitz, pff, na und, deshalb ist er besser? schon mal herrn beltracchi gefragt? das wäre mal ein spaß.

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stefan weidle
stefan weidle (sweidle) - 14.07.2012 12:38 Uhr

Bode-Museum

Was in der Debatte bislang übersehen wurde, ist die schlichte Tatsache, daß das Bode-Museum für die Präsentation von Malerei denkbar ungeeignet ist. Die Lichtführung mindestens im Erdgeschoß ist für Skulpturen ausgelegt; wer je versucht hat, die beiden dort hängenden Tintoretto-Porträts eingehend zu betrachten, weiß, wovon ich rede. Bei dem schönsten Bellini Berlins, der sich bis vor kurzem ebenfalls im Erdgeschoß befand, hat man das offenbar erkannt und ihn ins Obergeschoß umgesiedelt, wo er nun noch mehr spiegelt als unten. Und in einem Kabinett hängen muß, wo er nicht richtig zur Geltung kommt. Im Obergeschoß hängen zudem durchaus Werke, auf die zumindest ich nicht verzichten würde. Wie man dort die halbe Sammlung der Gemäldegalerie auch noch unterbringen will, weiß höchstens Herr Parzingerow aus St. Petersburg.

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