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Paul Klees „Sumpflegende“ Der Weg ist frei

Hoffnung auf Beilegung des Streits um Paul Klees Bild „Sumpflegende“: Das 1937 von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Gemälde kehrt möglicherweise zu den Erben der ursprünglichen Besitzerin zurück.

© Lenbachhaus Paul Klee malte die „Sumpflegende“ 1919 in Öl auf Karton. Das 47 mal 41 Zentimeter große Gemälde befindet sich seit 1982 im Münchner Lenbachhaus.

Vor dem Landgericht München I sind gestern die Weichen dafür gestellt worden, dass ein seit zwei Jahrzehnten währender Streit um die Restitution eines Gemäldes beigelegt werden kann - in Richtung auf eine gütliche Einigung. Es geht um Paul Klees „Sumpflegende“ aus dem Jahr 1919. Das Ölbild gehörte Sophie Lissitzky-Küppers, der Frau des Malers El Lissitzky. Sie übergab es 1926 als Leihgabe dem Provinzialmuseum Hannover, als sie Lissitzky in die Sowjetunion folgte. Die Nationalsozialisten beschlagnahmten die „Sumpflegende“ 1937 im Museum; das Werk wurde dann in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt, 1938 noch einmal in Düsseldorf, danach 1941 verkauft. Im Jahr 1982 erwarb das Münchner Lenbachhaus das Bild für 650000 Mark von der Galerie Rosengart in Luzern.

Rose-Maria Gropp Folgen:

Jen Lissitzky, der Sohn von Sophie Lissitzky-Küppers, reichte 1992 Klage auf Herausgabe der „Sumpflegende“ an die Erben ihrer einstigen Eigentümerin beim Landgericht München ein. Mit der Begründung der Verjährung wurde diese Klage abgewiesen. Am gestrigen Mittwoch nun hatte das Gericht zu entscheiden, ob - auch aufgrund wieder aufgefundener Dokumente - eine abermalige Klage auf Herausgabe doch zulässig sei: Es kam zu dem Ergebnis, dass dies der Fall ist. Die Gegenseite, also die Stadt München, verzichtet auf Rechtsmittel gegen dieses Urteil. Das Gericht hat außerdem Verhandlungen zwischen den Parteien angeregt, die dem Ziel dienen könnten, das Bild, dessen vorläufiger Streitwert auf zwei Millionen Euro festgesetzt war, für das Lenbachhaus zu erhalten. Eine erste Güteverhandlung in der Sache findet am 24.April 2013 statt.

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Mit dieser Entscheidung ist der Weg frei für eine Lösung, die endlich auch den Erben von Sophie Lissitzky-Küppers gerecht werden kann. Denn Münchens Oberbürgermeister Christian Ude muss sich nicht mehr an das Urteil von 1992 halten und hat so den Spielraum für konstruktive Verhandlungen mit den Erben. Das Lenbachhaus will am 8.Mai nach seiner Renovierung wiedereröffnen - mit der „Sumpflegende“, wie zu hören ist. Es wäre doch nach all der Zeit eine sehr erfreuliche Perspektive, wenn sich dann schon eine Verständigung abzeichnete.

Quelle: F.A.Z.

 
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