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Museum für komische Kunst Die Komik ist ein ernstes Feld

 ·  Nächste Woche eröffnet in Frankfurt das Museum für Komische Kunst, eine riesige Chance für die Stadt. Aber hinter den Kulissen geht es nicht mehr nur lustig zu: Kleinliche Mittelvergabe und persönliche Differenzen schränken die Möglichkeiten stark ein.

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Als Achim Frenz den Besucher empfängt, hätte er mit Fug und Recht sagen können: Ich stecke im Gröbsten. Nur wenige Tage vor der Eröffnung des Frankfurter Museums für Komische Kunst (MKK) sind gerade einmal die Büromöbel für den Museumsleiter Frenz und dessen Mitarbeiter geliefert worden – doch als einzige Mitarbeiterin gibt es seit Anfang September eine Sekretärin. Immerhin kann sie ihrem bis dato noch allein agierenden Chef nun organisatorische Aufgaben abnehmen: den Druck der Faltblätter, mit dem zur Eröffnungsfeier am 1. Oktober geladen wird, den Versand der Einladungen, das Beantworten von Anfragen. Doch für Frenz bleibt genug zu tun. Im Erdgeschoss, wo künftig Wechselausstellungen gezeigt werden sollen – zur Eröffnung eine Werkschau des 2004 verstorbenen Frankfurter Cartoonisten und Malers Bernd Pfarr –, schleppt sich der Umbau Wochen hinter dem ursprünglichen Zeitplan her. Vor kurzem erst ist der Aufzug in Betrieb genommen worden.

Wie Frankfurt das neueste Juwel in seiner beeindruckenden Museumskollektion ausgestattet hat, ist teilweise erstaunlich, teilweise aber auch skandalös. Vor drei Jahren genehmigte der Stadtrat den Millionenankauf des zeichnerischen Werks von vier berühmten Künstlern: Robert Gernhardt, F. W. Bernstein, Hans Traxler und Chlodwig Poth. Jeweils tausend ihrer Arbeiten sicherte sich die Stadt, und fortan konnte sie die seit Jahren erhobene Forderung nach einem eigenen Haus für die Komische Kunst, die zuvor unter dem Titel „Caricatura“ im Historischen Museum ausgestellt wurde, nicht mehr abweisen. Schätze brauchen eine Schatzkammer, und der frisch erworbene Bestand ist einer der größten Reichtümer an gezeichnetem Humor, den man in Deutschland finden kann.

Lachen im Leinwandhaus

Die enorme Vorleistung, die der Ankauf darstellte, ließ die Stadt aber vor weiteren exorbitanten Ausgaben zurückschrecken. Ein Neubau stand deshalb außerhalb jeder Diskussion, obwohl genau der kurz danach dem Historischen Museum zugestanden wurde, dem das MKK weiterhin zugehörig bleiben wird, weil der Direktor Jan Gerchow die formelle Zuständigkeit für die Komische Kunst nicht aufgeben wollte. Konkrete Wünsche von Achim Frenz nach geeigneten städtischen Immobilien blieben unberücksichtigt, und schließlich schlug man dem MKK das Leinwandhaus zu, ein 1982 auf ausgebombten Resten rekonstruiertes spätgotisches Gebäude, das zwar beste zentrale Lage bietet, dessen Räumlichkeiten aber alles andere als ideal für die subtilen Ausstellungsobjekte waren, die hier gezeigt werden sollen.

Dafür wurde das im Leinwandhaus angestammte Foto-Forum vertrieben, und der wieder denkmalgeschützte Innenraum radikal umgebaut. In die fast die ganze Fläche des Erdgeschosses umfassende große Halle, wo der größte Teil an Originalsubstanz erhalten blieb, wird eine Galerie in den fast sieben Meter hohen Raum gezogen – konservatorisch ein Geniestreich, weil dort oben in fest installierten Tischvitrinen die äußerst lichtempfindlichen Zeichnungen optimal präsentiert werden können, während unten auf flexibel verschiebbaren Wänden robustere Kunst gehängt werden kann. Ästhetisch aber ist der Umbau ein Debakel, weil die hölzernen Balkenbögen unter der Decke kaum noch zu erkennen sind und gleich gegenüber vom Eingang ein Kabinett eingezogen wurde, das den weiten Saal verengt. Es soll die Kasse aufnehmen – und einen Buchladen mit einem auf den Museumsbestand ausgerichteten Angebot, von dem sich das MKK gute Umsätze verspricht.

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