Amerikaner, die Juden vor dem Holocaust retteten oder zu retten suchten, sind die Helden einer Serie von Comics, die den Titel „They Spoke Out: American Voices of Protest Against the Holocaust“ trägt und demnächst im Internet unter www.theyspokeout.com anzuklicken ist. So wird die Geschichte des New Yorker Bürgermeisters Fiorello La Guardia erzählt, der nicht müde wurde, zum Kampf gegen die Nazis aufzurufen, obwohl er damit seine Schwester hätte gefährden können, die in ein Konzentrationslager verschleppt worden war.
Ein anderer Comic handelt von Varian Fry, einem jungen amerikanischen Journalisten, der eine französische Untergrundorganisation leitete und jüdische Musiker, Künstler und Schriftsteller aus Vichy-Frankreich über die Pyrenäen in die Freiheit schmuggelte und sich dabei selbst in Lebensgefahr brachte. Unterstützt wurde er von einem pensionierten Catcher, einem Pfarrer und einem gegen Regeln und Abkommen verstoßenden Diplomaten. Insgesamt sollen Fry und seine Helfer mehr als zweitausend Juden gerettet haben.
Präsident Roosevelt sieht gar nicht gut aus
Natürlich fehlt auch Anne Frank nicht. Aber in Wort und Bild wird vor allem über den Versuch der Familie Frank berichtet, nach Amerika auszuwandern. Sie konnten jedoch die Papiermauern der amerikanischen Bürokratie nicht durchbrechen, die „Walls of Paper“, wie der Titel der Geschichte heißt. Präsident Roosevelt kommt da wahrlich nicht gut weg, und sein Amerika wird als ein Land geschildert, in dem die Meinungen, wie und ob den Juden in Europa geholfen werden sollte oder nicht, hart aufeinanderprallten. Grace Coolidge, die ehemalige First Lady, setzte sich für eine Öffnung Amerikas ein, aber gegen Ängste und Vorurteile der Einwanderungsgegner war oft nicht anzukommen.
Auch Unheldenhaftes wird also nicht verschwiegen. Eine andere Episode handelt vom Los der neunhundert jüdischen Passagiere der St. Louis, die keine Erlaubnis bekamen, in Amerika an Land zu gehen. An dem Projekt beteiligt sind die Disney Educational Productions, das David S. Wyman Institute for Holocaust Studies in Washington und der altgediente Comiczeichner Neal Adams. Zeichnungen werden allerdings auch mit Animationsformen, dokumentarischen Fotos und Filmclips so kombiniert, dass es dafür einen neuen Begriff geben muss: Motion Comics.
Was ist mit dem Kampf für die Aufnahme von jüdische Flüchtlingen in die USA?
Lüko Willms (l.willms)
- 22.04.2010, 16:35 Uhr
Erst lesen - dann kommentieren, Herr Willms!!
Andrea Ulrich (UlrichA)
- 22.04.2010, 19:01 Uhr