http://www.faz.net/-gqz-8xhhr

Deutscher Künstler : Legendärer Maler A. R. Penck ist tot

  • Aktualisiert am

A. R. Penck alias Ralf Winkler auf einer Aufnahme von 2011 Bild: dpa

Er gilt als bedeutendster Gegenwartskünstler und Vater der „Neuen Wilden“: A. R. Penck ist im Alter von 77 Jahren in Zürich gestorben. Einige seiner Werke sind zurzeit in Frankreich zu sehen.

          Der deutsche Maler A. R. Penck ist tot. Der 77-Jährige sei bereits am Dienstag nach einer längeren Krankheit in Zürich gestorben, teilte die Galerie Michael Werner der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Paris mit. Der Kölner Galerist hatte Penck entdeckt und Ende der 60er-Jahre auch erstmals ausgestellt.

          Penck ist mit seiner Bildsprache aus Strichmännchen mit erigierten Penissen, Kreuzzeichen, Totenköpfen und beißenden Hunden bekannt geworden. Eine Zeichenkunst, mit der er die damalige Trennung Deutschlands und die Suche des Individuums nach einer freien Gesellschaft thematisiert. A. R. Penck, der eigentlich Ralf Winkler hieß, gilt als bedeutendster Gegenwartskünstler und Vater der „Neuen Wilden“. Der Maler, Grafiker und Bildhauer wurde am 5. Oktober in Dresden geboren.

          Von 1969 an bekam er mit dem Sicherheitsdienst der DDR zunehmend Probleme. Seine Bilder wurden beschlagnahmt und seine Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR abgelehnt. Vor allem nach der Verleihung des Will-Grohmann-Preises im Jahr 1975 durch die Akademie der Künste in West-Berlin nahmen die Kontrollen der Staatssicherheit zu. Im Jahr 1980 wurde Penck aus der DDR ausgebürgert und siedelte in den Westen über. Nur wenige Monate später mietete der Künstler in Paris ein Atelier in der Nähe des Künstlerviertels Montmartre.

          Seit März ist in Südfrankreich eine Ausstellung mit Werken Pencks zu sehen. Schon die Vernissage fand – aus gesundheitlichen Gründen – ohne den Künstler statt, der zuletzt in Irland lebte. Die Ausstellung soll noch bis zum 18. Juni im Museum Fondation Maeght in der Nähe von Nizza zu sehen sein.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Hinter den Mauern Marrakeschs

          Saint Laurents Traum : Hinter den Mauern Marrakeschs

          Yves Saint Laurent war der einzige Modeschöpfer seiner Generation, der früh die Weitsicht besaß, herausragende Entwürfe zu archivieren. Im neu eröffneten Musée Yves Saint Laurent in Marrakesch werden bedeutende Stücke gezeigt.

          Bis die Ohren bluten

          Opernausstellung in London : Bis die Ohren bluten

          Was sehen wir im Museum, wenn das Thema „Oper“ heißt? Gehört Musiktheater nicht vor allem auf die Bühne? Das Londoner Victoria and Albert Museum inszeniert eine vermeintlich elitäre Gattung.

          Topmeldungen

          Er hat sicher seinen eigenen. Kim Jong-un, wie ihn die „Human Rights Watch Foundation“ bei einem Hackertreffen Ende Juli in Las Vergas dargestellt hat.

          Nordkoreas Cyberarmee : Global einsatzbereit

          Wer dem Kim-Regime keine komplexen Hackerangriffe zutraut, täuscht sich gewaltig. Der Krieg im Netz bietet Pjöngjang, was es braucht.

          Wildlife-Foto des Jahres : Ein Symbol für die Grausamkeit der Menschen

          Das Bild eines gewilderten Nashorns ist zum Wildlife-Foto des Jahres gekürt worden, weil es symbolhaft für eines der grausamsten und unnötigsten Verbrechen an der Natur steht. Ähnlich beeindruckend sind die Fotos, die nicht gewonnen haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.