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Kunstsammler Pietzsch Wenn es schiefgeht, freuen sich meine Erben

 ·  Heiner und Ulla Pietzsch wollen ihre Sammlung mit Gemälden des Surrealismus der Berliner Nationalgalerie schenken. Dafür sollen die Alten Meister aus ihrem Domizil ausziehen. Ein Kulturkampf droht. Was sagen die Sammler selbst dazu?

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Silvia Uhlemann

Sammler und ihre Städte

Ein Mäzen hat sehr wohl das Recht, an die Schenkung einer auch materiell sehr wertvollen Sammlungen gewisse Bedingungen über deren Aufbewahrung zu knüpfen, zumal er seiner Sammlung auch inhaltlich verpflichtet ist. Und die beschenkte Stadt, zumal einer Größe und Bedeutung wie Berlin, hätte die Pflicht, sich etwas dankbarer zu erweisen. Es gibt ein schönes historisches Beispiel, wie ein Sammler sich andernfalls entscheiden kann: 1805 wollte ein gewisser Baron Hüpsch der Stadt Köln seine riesige Bücher-, Naturkunde- u.v.m.-Sammlung schenken - unter der Auflage, ein Museum dafür zu bauen. Die Kölner Stadtregierung lehnte ab, woraufhin Hüpsch die gesamte Sammlung dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt vermachte, wo Landesmuseum und -bibliothek bis heute von ihr profitiern. Auch so kann man mit Undankbarkeit eines potentiell Beschenkten umgehen. Pietzschs oder Sanders (der Parallelfall in Darmstadt) sollten nicht alles mit sich machen lassen.

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Thomas Kobler

Nähme Herr Pietzsch...

..."panta rhei" - alles fliesst - wirklich ernst, dann könnte es ihm doch herzlich egal sein, wenn die Bilder seiner Sammlung nach seinem Ableben in andere Sammlungen einfliessen würden. Doch bei diesem Gedanken blutet wohl sein Sammlerherz - verständlich zwar, aber auch wieder nicht, wenn doch gelten soll: Alles fliesst.

Wer seine Kunstsammlung einem Museum vermachen will, sollte daran keine Bedingungen knüpfen, wie das Museum damit umzugehen habe. Das macht aus einem Geschenk eine Verpflichtung und beraubt es seines edlen Kerns - der Grosszügigkeit.

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Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent in Berlin.

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