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Kunstraub Sind die gestohlenen Munch-Bilder noch in Oslo?

 ·  Die Polizei Norwegens und Schwedens sucht fieberhaft nach den dreisten Dieben, die zwei Gemälde aus dem Munch-Museum gestohlen haben. Die Sicherheitsvorkehrungen waren offenbar zu lax.

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Die norwegische Polizei hat am Montag die Suche nach den Räubern zweier Meisterwerke von Edvard Munch fortgesetzt. Sie vermutet, daß die Bilder in der Umgebung von Oslo versteckt sind, hat aber die Kontrolle an Flughäfen und Grenzen verstärkt. Auch Schweden intensivierte sofort nach Auslösung des "Reichsalarms" die Grenzkontrollen.

Die Polizei wertet alle Überwachungskameras des Museums und der Umgebung aus. Kunstfachleute weisen darauf hin, daß mit dem bewaffneten Raub der Ölbilder "Der Schrei" - eines der berühmtesten Bilder der Welt - und "Madonna" der Kunstdiebstahl eine "neue Dimension" annehme. Bislang gab es nur einen vergleichbaren Fall, den Raub von einem Dutzend Bildern, darunter solche von Claude Monet, aus einem Museum in Paris 1985.

Tat deutet auf Amateure

Die Umstände des Raubes - Unkenntnis des Tatorts und zahlreiche Spuren - deuten auf Amateure. Das läßt indes auch die Gefahr wachsen, daß die Bilder von unschätzbarem kunsthistorischem wie auch materiellem Wert beschädigt werden. Politiker und Museumsdirektoren in Oslo kritisierten die mangelnde Sicherung, aber auch das Desinteresse des Staates an Sicherungsausgaben für Museen. Beim Munch-Museum trifft der Vorwurf die Hauptstadt Oslo, die Eigentümer der Bilder und des Museums ist. Sie hat für die Sicherung wenig getan, obwohl das Munch-Museum eines der wichtigsten Ziele für Besucher aus aller Welt ist. Die Bilder waren nicht, wie es zunehmend geschieht, fest an der Wand verankert.

Widersprüchliche Angaben gab es darüber, wie rasch die Polizei reagierte. Zeugen sprachen von einer Viertelstunde, obwohl eine Polizeistation in der Nähe des Museums liegt. Das Museum teilte mit, das Abheben der Bilder habe einen stillen Alarm ausgelöst, und eine Polizeipatrouille sei gut eine Minute nach dem Raub gekommen und müsse die Räuber knapp verpaßt haben. Die beiden Täter - einer von ihnen sprach norwegisch, der andere blieb stumm - seien zu ihrem - einige Stunden später gefundenen - Fluchtwagen gelaufen, an dem ein dritter Täter gewartet habe. Das Munch-Museum blieb am Montag geschlossen. Man wollte nicht Stellung zu der Frage beziehen, ob das Museum zur Zahlung eines Lösegeldes - eine Forderung ging bislang nicht ein - bereit wäre. Als Täter werden Erpresser oder Geltungssüchtige vermutet. Ein Auftragsdiebstahl eines privaten Kunstsammlers gilt als unwahrscheinlich.

Quelle: v.L. /Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. August 2004
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