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Kunsthochschulrektorin Rita McBride : Wir brauchen weibliche Rollenmodelle

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Die Düsseldorfer Kunsthochschule gilt als Tempel der alten Malerfürsten. Die amerikanische Künstlerin Rita McBride will als neue Rektorin für frischen Wind sorgen.

          Seit dem 1. August dieses Jahres sind Sie Rektorin der Düsseldorfer Akademie, die in den letzten Jahren als eine von Männern, den sogenannten „Malerfürsten“, dominierte Schule bekannt wurde. Ist diese Position für Sie als Frau nicht eine besondere Herausforderung?

          Es ist schon deswegen eine Herausforderung, weil viele bekannte Persönlichkeiten durch diese Akademie als Studenten oder als Lehrende gegangen sind - egal, welchem Geschlecht sie angehörten. Aber was das Geschlecht betrifft: Ich bin in den sechziger Jahren aufgewachsen und hatte zwar schon das Glück, dass meine Mutter sich für Kunst interessierte, aber als ich aufs College kam, waren, bis auf eine einzige Ausnahme, alle Lehrer männlich. Ich erinnere mich, dass ich mich in dieser von Männern dominierten Struktur nicht gut fühlte.

          Wie war es im Studium?

          Als ich zu studieren begann und mit Lehrern wie Michael Asher und John Baldessari in Kontakt kam, begann ich mich für die konzeptuelle Kunst zu interessieren, weil sie weniger auf das Subjekt ausgerichtet war. Dieser Kunst ging es mehr um Ideen, sie benutzte kein Vokabular, das männlich dominiert war. Während dieser Auseinandersetzung stellte ich fest, dass auch ich mehr an Ideen interessiert bin, die ich bildnerisch entwickeln kann. Dies half mir, einen Ort zu finden, wo Gedanken frei von allen geschlechtlichen Konstruktionen sein können. Heute, auch dank des konzeptuellen Denkens, tritt die männliche Dominanz immer mehr zurück, immer mehr Frauen nehmen teil an Ausstellungen ...

          Was war Ihre erste Handlung als Rektorin?

          Die Ernennung kam für mich überraschend, ich hatte damit nicht gerechnet. Ja, dachte ich, seit Jahren unterrichte ich, seit zehn Jahren an dieser Schule, da habe ich einige Erfahrungen - und kann auf der anderen sicherlich viel lernen und vor allem auch einiges ändern ...

          Was, glauben Sie, können Sie ändern?

          Seit Monaten, seitdem ich offiziell zur Rektorin ernannt wurde, habe ich an meiner Antrittsrede gearbeitet. Ich mag diese Akademie sehr, habe aber das Gefühl, dass sie sich in einem alten Jahrhundert bewegt, daher würde ich sie gerne in ein neues überführen. Ich würde sagen, jetzt befindet sich die Akademie, sagen wir: im 18. Jahrhundert. Und ich würde gerne das 21. Jahrhundert erreichen und, warum nicht, die Akademie auf das 25. Jahrhundert vorbereiten: Was haben wir von der Zukunft zu erwarten, welche Rolle werden Künstler und die Kunst in der Zukunft haben? In der Zeit, in der wir jetzt leben, passieren, ausgelöst durch das Internet, große Umbrüche, was die Art des Lebens und des Umgangs mit Bildern betrifft. Aber das ist eine Entwicklung, die wir nicht nur mit einem radikalen Optimismus begrüßen sollten. Sie wissen, ich mache große Skulpturen im Raum, die betreten werden müssen, bei denen die räumliche Erfahrung entscheidend ist. Und diese Skulpturen enden plötzlich als flaches Bild im Internet. Wir alle sammeln Bilder, gehen mit Bildern um, wir machen Skulpturen, die als Bilder enden, die ganze Welt ist voller Bilder, wir kommunizieren über Bilder - also ich möchte herausfinden, wie wir als Künstler in dieser Welt voller Bilder unseren Einfluss beibehalten, vielleicht sogar verstärken können.

          Die Düsseldorfer Akademie zeichnet sich durch das System der sogenannten „Meisterklassen“ aus, die heute als veraltet kritisiert werden. Planen Sie da eine Änderung?

          Ich würde den Name ändern. Aber das System als solches bietet etwas Wunderbares: Schon die Tatsache, dass es jungen Studenten die Möglichkeit gibt, mit älteren Künstlern Erfahrungen auszutauschen und zu erleben, wie sie ihre Ideen ins Visuelle umsetzen, ist eine unglaubliche Bereicherung. Ich denke nach wie vor, dass dies die produktivste Methode ist, jungen Künstler zu helfen, ihren eigenen Weg zu finden. Selbstverständlich nicht, indem man wie bei den früheren „Meisterklassen“ erwartet, dass sie denselben Weg einschlagen wie ihr „Meister“, sondern indem ältere Künstler den jüngeren helfen, ihre eigenen Ideen zu entwickeln.

          Sie sind Amerikanerin und haben in den Vereinigten Staaten studiert, jetzt machen Sie Erfahrungen mit den deutschen Kunsthochschulen. Was für Unterschiede gibt es da?

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