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Bach kehrt heim : Das einzige Originalporträt zurück in Leipzig

Das Bach-Porträt ist in seine Heimat zurückgekehrt. 265 Jahre dauerte die Reise. Unter den Augen des Komponisten ist in dieser Zeit viel geschehen.

          Und nun, Leipzig, freue dich: Der echte Bach kommt nach Hause zurück. Nachdem es 265 Jahre durch die Welt gereist ist, wird das einzig authentische, im Original erhaltene Porträt von Johann Sebastian Bach im Juni nach Leipzig zurückgebracht. Der amerikanische Bach-Forscher und -Sammler William H. Scheide, der es 1952 auf einer Auktion erwarb und im November letzten Jahres verstarb, hatte das Bach-Archiv Leipzig testamentarisch als Erben eingesetzt. Der Wert des Gemäldes wird auf 2,5Millionen Dollar geschätzt.

          Eleonore Büning

          Jahrgang 1952, Redakteurin im Feuilleton.

          Da die gesamte Bachikonographie sich auf dieses nach dem Leben gemalte Gemälde von Elias Gottlob Haußmann stützt und fast alle späteren Bachbilder sich darauf beziehen, hat es die Bachrezeption entscheidend geprägt. Es zeigt den etwa sechzigjährigen Leipziger Thomaskantor im Sonntagsrock. Er hält ein Notenblatt mit einem „Canon triplex à 6 Voci“: drei Themen, umkehrbar, zum sechsstimmigen Satz zu ergänzen. Auftragsgemäß fertigte Haußmann zwei Original-Exemplare dieses Bildes an. Das erste, fertiggestellt 1746, ging durch vielerlei Hände und wurde durch falsche Restaurierungsmaßnahmen beschädigt. Seit 1913 hängt es im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Das zweite, vollendet 1748, ist dagegen ausgezeichnet erhalten, in strahlenden Farben, mit prägnanten Linien, einer starken Aura.

          Zum Schutz verliehen

          Bach trägt nicht nur selbstbewusst das Zeugnis seiner Kunst zur Schau, sondern auch eine gepflegte Rotweinnase und ein leichtes, weises Lächeln. Aus dem Nachlass des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach war dieses Gemälde schon früh in den Privatbesitz der Familie Jenke aus Breslau übergegangen. In den dreißiger Jahren, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, emigrierte Walter E. Jenke nach London und nahm das Bild mit. Um es vor Bombenangriffen zu schützen, verlieh er es an die befreundete Familie Gardiner, die es auf ihrem Landsitz in Dorset aufhängte, wo der Sohn des Hauses, John Eliot, direkt unter den Bachschen Argus-Augen aufwuchs. Sir John Eliot Gardiner, ein Pionier der historischen Aufführungspraxis und heute Präsident des Bach-Archivs, hat das Bild persönlich am 29. April in Princeton bei der Familie Scheide abgeholt. Er wird es zur Eröffnung des Bachfestes am 12. Juni in Leipzig der Öffentlichkeit präsentieren.

          Quelle: F.A.Z.

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