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Johan Christian Dahl für Greifswald Paradestück der Romantik

Eine nächtliche Küstenansicht mit romantischer Tiefe: Das Pommersche Landesmuseum besitzt nun sein erstes Werk des norwegischen Malers Johann Christian Dahl.

© Pommersches Landesmuseum Vergrößern Ein perfekter Dramaturg: Johan Christian Dahls Gemälde „Swinemünde bei Mondschein“ aus dem Jahr 1840 ist nun für die Öffentlichkeit gesichert

Eine nächtliche Küstenlandschaft, in der Segelschiffe und Fischerboote durch das Wasser gleiten, dessen ruhig-glatter Spiegel ein lebhaftes Wolkenspiel reflektiert, das im satten Mondlicht eines weiten Himmels schimmert: wie Scherenschnitte durchziehen die schwarzen Silhouetten einer baumbestandenen Insel samt Windmühle und einer betürmten Stadt den Mittel- und Hintergrund. So muss romantische Malerei aussehen, so assoziiert man sie mit Caspar David Friedrich. Doch das Ölgemälde „Swinemünde bei Mondschein“ stammt nicht von ihm. Es entstand in Friedrichs Todesjahr 1840 aus der Hand des gebürtigen Norwegers Johan Christian Dahl (1788 bis 1857).

Vierzehn Jahre jünger als Friedrich, war Dahl einer seiner engsten Freunde und Kollegen an der Dresdner Kunstakademie. Mit dem Schiff aus seiner Heimat zurückkehrend, hatte er bei der Durchfahrt ins Stettiner Haff im Tageslicht einige rasche Bleistiftskizzen angefertigt, die den Hafen Swinemünde an der Passage zwischen Wollin und Usedom zeigen. Im Atelier vereinte Dahl die Eindrücke in phantastischer Weise, wobei er, ganz wie Friedrich, Bildelemente dramaturgisch überhöhte und teilweise völlig neu konstruierte - zum Beispiel einen schlanken Kirchturm als Gegengewicht einer Mühle -, um jene Stimmungsmalerei zu schaffen, die sich hier als Nachtstück artikuliert.

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Stolz können nun Uwe Schröder, Direktor des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald, und Birte Frenssen, die Kuratorin der Gemäldegalerie, auf diesen jüngsten Erwerb aus dem Nachlass eines norwegischen Privatsammlers verweisen. Wie im Jahr 2011 beim Ankauf von Carl Gustav Carus’ Gemälde „Ruine Eldena mit Hütte im Mondschein“ aus den Jahren 1819/20 war auch diesmal ein Münchner Kunsthändler der Vermittler. Finanzielle Hilfe kam von der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie von der Otto Wolff Stiftung.

Mit diesem „ersten Dahl“ des Landesmuseums Greifswald ist nicht nur eine zentrale Ergänzung der Romantik-Abteilung gegeben, sondern mit Swinemünde als Hauptmotiv des Gemäldes ein pommerscher Regionalbezug hergestellt - einer freilich, der in die Republik ausstrahlen dürfte: Denn Greifswald, der Geburtsort Caspar David Friedrichs, der ihm und vielen andern Malern der Romantik eindrucksvolle Architekturmotive bot, erringt sich mit seinen romantischen Gemälden allmählich einen gebührenden Platz neben den traditionellen „Romantik-Orten“ Dresden, Hamburg und Berlin.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 23.11.2012, 13:54 Uhr

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Von Gerhard Stadelmaier

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