22.11.2006 · Das Getty-Museum in Los Angeles hat sich bereiterklärt, illegal erworbene Kunstschätze an Italien zurückzugeben. Der Streit um weitere 20 Stücke strittiger Herkunft konnte indes nicht beigelegt werden.
Nach monatelangen Verhandlungen mit der italienischen Regierung hat sich das Getty-Museum in Los Angeles zur Rückgabe von illegal erworbenen Kunstschätzen an Italien bereiterklärt. Allerdings konnte der Streit um weitere 20 Stücke strittiger Herkunft nicht beigelegt werden. Wie die „Los Angeles Times“ am Dienstag berichtete, will das Museum 26 Werke zurückgeben. Weitere Gespräche seien von amerikanischer Seite aber abgebrochen worden.
Er sei über das Scheitern der Verhandlungen „tief betrübt“, teilte der Direktor des Getty-Museums, Michael Brand, Italiens Kulturminister Francesco Rutelli nach Angaben der Zeitung in einem Schreiben mit. Der Disput geht vor allem um eine wertvolle Bronze-Statue eines jungen griechischen Athleten und eine berühmte Statue der Aphrodite, die aus einem griechischen Tempel in Morgantina auf Sizilien kommen soll und mehr als zwei Jahrtausende alt ist. Italien hatte die Rückgabe von insgesamt 46 Kunstschätzen gefordert.
Keine „rechtlich gültigen Ansprüche“
Die Aphrodite und Dutzende weitere Werke stammen aus illegalen Grabungen und waren in den 80er Jahren ohne Genehmigung aus Italien ausgeführt worden. Italien habe keine „rechtlich gültigen Ansprüche“ auf die Bronze-Statue, macht das Getty-Museum geltend. Im Falle der Aphrodite-Figur sei noch kein endgültiger Beweis erbracht. Das Museum wollte den Fall weiter untersuchen, hieß es.
In einem spektakulären Prozeß in Rom gegen die ehemalige Kuratorin des Getty-Museums, Marion True, geht es seit Herbst letzten Jahres um diesen illegalen Handel. True soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft über Jahrzehnte hinweg römische, etruskische und griechische Stücke erworben haben, obwohl sie gewußt habe, daß diese aus illegalen Grabungen in Italien stammen.