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Hamburger Ausstellung geschlossen Die Terrakotta-Krieger und der feine Unterschied

12.12.2007 ·  Die Ausstellung mit gefälschten chinesischen Terrakotta-Kriegern im Hamburger Museum für Völkerkunde wird geschlossen. Der Kooperationspartner des Museums gab zu, die Figuren seien nicht original, nennt sie aber nach wie vor authentisch.

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Die Ausstellung mit gefälschten chinesischen Terrakotta-Kriegern im Hamburger Museum für Völkerkunde wird geschlossen. „Die Leipziger Vertragspartner des Museums haben jetzt ausgesagt, dass es sich bei den ausgestellten Exponaten nicht um Originale handele“, teilte das Museum an diesem Mittwochabend mit. Der Vertrag wurde gekündigt; die Ausstellung werde geschlossen.

Scheibchenweise kam der Skandal ans Licht, jetzt steht zweifelsfrei fest: Bei den angeblich 2000 Jahre alten chinesischen Terrakotta-Kriegern im Hamburger Museum für Völkerkunde handelt es sich lediglich um moderne Kopien und nicht um historische Originale. Bereits am Montag hatten chinesische Behörden erklärt, es gebe keine echten Krieger-Figuren in Hamburg.

„Wir haben niemals den Begriff Originale benutzt“, sagte der Sprecher des Leipziger Vertragspartners CCAC, Yolna Grimm. In dem Vertrag, den seine Firma mit dem Völkerkundemuseum abgeschlossen habe, stehe, dass es sich um „authentische Scherbenfiguren aus Originalmaterial“ handelt. Mit Originalmaterial sei Ton gemeint. „Das sind keine Originale.“ Die Kopien seien in Xi'an von chinesischen Partnern hergestellt worden und vom Hamburger Zoll abgefertigt worden. „Authentisch heißt für uns Scherbenfiguren, lebensgroß, vergleichbar mit den Originalen“, sagte Grimm.

Der Unterschied zwischen authentisch und original

Zunächst wurde an diesem Mittwoch der Hinweis angebracht, dass die Exponate Kopien sind. „Liebe Besucher, wir machen Sie darauf aufmerksam, dass es sich bei den in der Ausstellung gezeigten Objekten um originalgetreue Kopien der Grabbeigaben aus der Ausgrabungsstätte in Xi'an handelt.“

Museumsdirektor Wulf Köpke sagte, in dem Vertrag, den das Museum mit der CCAC abgeschlossen habe, stehe eindeutig, dass es sich um Originale handelt. „Ich habe im Wörterbuch nachgeschlagen: echt, authentisch und original sind identische Wörter.“ Auf die Frage, warum das Museum sich nicht selber mit den Chinesen in Verbindung gesetzt habe, sagte Köpke: „Das ist nicht so einfach. Deshalb macht man ja so ein Paket, damit man nicht so viel Arbeit hat.“ Er hoffe jedoch, dass die Besucher „dieses Versehen verzeihen können“. „Wir sind selber Opfer geworden. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Museum auf Fälschungen hereinfällt.“

„Sofort die richtigen Maßnahmen ergriffen“

Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) bedauerte den Vorfall sehr. Eine solche Ausstellung ohne direkten Kontakt zu den chinesischen Leihgebern organisiert zu haben, sei problematisch. „Wir haben aber den Eindruck, dass Prof. Köpke nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe sofort die richtigen Maßnahmen ergriffen hat.“

Allen Besuchern, die die Ausstellung bis zum 9. Dezember gesehen haben, bietet das Museum an, die Eintrittsgelder zurückzugeben. Außerdem bereite das Museum eine Dokumentation zum Thema Fälschungen in Museen vor. „Das ist ein spannendes Thema. Experten gehen davon aus, dass rund 60 Prozent der Exponate in Museen Fälschungen sind.“

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