Home
http://www.faz.net/-gsa-10yqx
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Gründerkreis Deutsches Museum Retter in der Not

 ·  Das Deutsche Museum hat am Mittwoch in Berlin die Gründer einer Initiative vorgestellt, welche die Zukunft des Museums sichern helfen wollen. Dazu gehören sieben deutsche Unternehmen und mehrere Einzelpersonen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Wir waren in die Jahre gekommen, sagte Wolfgang M. Heckl, als er am Mittwoch in Berlin über das Deutsche Museum in München sprach, dessen Generaldirektor er seit nun vier Jahren ist. Er bezog dies auf das Haus, dessen baulicher Zustand in Teilen offenbar so besorgniserregend ist, dass es wegen nicht erfüllter Auflagen im Grunde jederzeit geschlossen werden könnte. Und er bezog es auf die Ausstellungen selbst, die im Schnitt vor neunzehn Jahren letztmalig erneuert wurden. Das Deutsche Museum ist das meistbesuchte Museum des Landes, jedes Jahr hat es etwa 1,4 Millionen Besucher, seiner Ausstattung und Erscheinung aber galt lange kein Augenmerk.

Nach einer Analyse der Beratungsagentur Mc Kinsey braucht es mindestens 400 Millionen Euro, um das Museum in den kommenden zehn Jahren auf den neuesten Stand zu bringen. Nun hat sich aus einem Kreis von sieben deutschen Unternehmen eine Zukunftsinitiative gegründet, die einen privaten Beitrag dazu leisten möchte. Ihm gehören unter anderem Siemens, ThyssenKrupp, Knorr-Bremse, MAN und Robert Bosch an. Sie wollen insgesamt zehn Prozent des Sanierungsaufwandes - also vierzig Millionen Euro - tragen. „Es geht uns darum im Land ein Klima zu unterstützen, in dem neue Technologien nicht mehr verteufelt werden“, sagte Wolfgang Reitzle, Vorstandschef der Linde AG und Sprecher des Kreises und sieht die private Initiative erst am Anfang des Weges.

Auslagern, Umlagern, Sanieren und Einräumen

Den Rest der Finanzierung werden der Bund und der Freistaat Bayern jeweils zur Hälfte übernehmen. Damit kann das Museum, das zu den weltweit größten naturwissenschaftlich-technischen Museen zählt, ab dem kommenden Jahr Schritt für Schritt renoviert werden. Die Alternative zu dieser stückweisen Sanierung wäre eine komplette Schließung für drei Jahre gewesen, das aber lehnte Generaldirektor Wolfgang Heckl ab und so wird nun bei laufendem Betrieb eine feine Choreographie aus Auslagern, Umlagern, Sanieren und Einräumen beginnen müssen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (2)
Weitersagen

Freitod-Fashion

Von Fridtjof Küchemann

Ein Model kniet vor dem Gasherd, eines steht mit einem Stein im Arm im Fluss: Für eine Modestrecke ließ das amerikanische Magazin „Vice“ den Freitod bekannter Autorinnen nachstellen. Was als Kunst gemeint sein soll, verrät die Kunst. Mehr 2 3