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Kunstbetrug in Frankreich : Museum entdeckt in eigener Sammlung 82 Fälschungen

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Weil sich mehr als die Hälfte seiner Bilder als Fälschungen erwiesen, muss ein Museum in Südfrankreich mit einer deutlich verkleinerten Sammlung zurechtkommen. Nun fahndet die Kleinstadt Elne nach dem Schuldigen.

          Die Wiedereröffnung nach einem großen Umbau hatten sich die Mitarbeiter eines Museums in Südfrankreich wohl anders vorgestellt. Am Freitag öffnete das Museum in der Kleinstadt Elne an der Grenze zu Spanien wieder - verfügt nun aber nur noch über 58 statt 140 Gemälde. Mehr als die Hälfte der Werke des Malers Etienne Terrus , die in dem Museum ausgestellt waren, haben sich als Fälschungen erwiesen.

          Die Neuigkeit sei „eine Katastrophe für die Gemeinde“, sagte Bürgermeister Yves Barniol der Nachrichtenagentur AFP. Barniol erstattete Anzeige, nachdem sich herausgestellt hatte, dass 82 der insgesamt 140 ausgestellten Werke Fälschungen waren. Der Betrug flog auf, als nach der Renovierung des Museums eine neue Ausstellung organisiert werden sollte.

          Das Museum hatte gerade etwa 80 neue Gemälde angekauft, die der Kunsthistoriker Eric Forcada für die neue Ausstellung verwenden sollte. Beim Durchgehen der Sammlung seien ihm aber Unstimmigkeiten bei einigen Gemälden aufgefallen, sagte Forcada gegenüber französischen Medien. Auf einem der Bilder sei die Signatur sofort verwischt, als er mit einem Stoffhandschuh darüber gestrichen habe. Danach habe er ein Komitee aus Kunstexperten gebeten, die Bilder zu kontrollieren. Diese stellten schließlich fest, dass über die Hälfte der gesamten Sammlung aus Fälschungen bestand.

          Nicht aufgeben, bis die Täter gefunden sind

          Die entsprechenden Bilder wurden während der Ermittlungen beschlagnahmt, was die Ausstellung des Museums Stück für Stück verkleinerte. „Etienne Terrus war der große Maler von Elne, er war Teil der Gemeinschaft, er war unser Maler“, sagte Barniol. „Zu wissen, dass Leute Geld für eine Ausstellung bezahlt haben, in der mehr als die Hälfte der Bilder gefälscht war, ist furchtbar.“ Die Stadt werde nicht aufgeben, bis die Täter gefunden seien. Die Gemeinde schätzt den Schaden auf mehr als 160.000 Euro, Ermittlungen wegen Fälschung und Betrugs laufen bereits.

          Etienne Terrus kam 1857 in Elne zur Welt und wuchs dort auf. Er galt als Zeitgenosse des französischen Malers Henri Matisse. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris, wo er an einer Kunstschule studierte, kehrte Terrus wieder in seine Heimatstadt zurück, die er anschließend kaum noch verließ. Er starb 1922, im Jahr 1994 eröffnete die Stadt ihm zu Ehren das Museum. Bis heute werden dort ausschließlich Werke von Terrus ausgestellt. Wie es mit dem Museum weitergehen soll, ist unklar.

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