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Ein Gespräch mit Susanne Gaensheimer : Sie haben andere Pläne als wir

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Ende des Jahres wechselt sie vom Münchner Lenbachhaus nach Frankfurt. Susanne Gaensheimer, designierte Leiterin des Museums für Moderne Kunst, über dessen Bedeutung und die Konkurrenz zum Städel.

          Ende des Jahres wechselt sie vom Münchner Lenbachhaus nach Frankfurt. Susanne Gaensheimer, designierte Leiterin des Museums für Moderne Kunst, über dessen Bedeutung und die Konkurrenz zum Städel.

          Frau Gaensheimer, warum ist das MMK so wichtig für die deutsche Museumslandschaft?

          Das MMK ist eines der weltweit bedeutendsten Museen für Gegenwartskunst, eines der ersten seiner Art. Es hatte eine einmalige Sammlung, die zwar leider in Teilen von dem Leihgeber Dieter Bock wieder abgezogen werden konnte - aber dann hat der jetzige Leiter Udo Kittelmann sehr viel erreichen können, unter anderem mit der Einbringung der Sammlung Ricke. Heute hat das MMK unvergleichliche Arbeiten der amerikanischen Pop Art, der New Yorker Szene, die man auf dem Markt gar nicht mehr bekommt.

          Zum Beispiel?

          Es gibt hervorragende Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Cady Noland, aber auch wichtige Arbeiten von Beuys und Blinky Palermo.

          Es gab in den vergangenen Monaten erhebliche Spannungen zwischen dem MMK und dem mehr und mehr auch in der Gegenwartskunst aktiven Städel. Wie werden Sie mit dieser Konkurrenz umgehen?

          Ich sehe da nicht nur Konkurrenz. Die Sammlungsbestände sind sehr unterschiedlich, der Sammlungsauftrag ist es auch. Und ich könnte mir vorstellen, dass Herr Hollein am Städel ganz andere Pläne hat als ich am MMK.

          Und wie sehen die aus?

          Ich möchte noch nicht ins Detail gehen, nur so viel - meine Arbeit wird sich an der Sammlung des MMK orientieren, sich auch mit progressiveren Künstlern beschäftigen.

          Was bedeutet progressiv für Sie?

          Aus meiner bisherigen Arbeit würde ich Isa Genzken oder Cerith Wyn Evans nennen, auch jüngere Positionen, die wir in München ausgestellt haben, Franka Kassner oder Andreas Hofer etwa - was nicht heißt, dass diese Namen jetzt automatisch wieder am MMK auftauchen.

          Sie kommen aus der Kunstwissenschaft; wird es am MMK eine stärkere Vernetzung des akademischen und des Ausstellungsbetriebs geben?

          Ich stehe auf jeden Fall für eine fundierte wissenschaftliche Museumsarbeit.

          Sehen Sie die Sammlung des MMK, in der viele weniger bekannte Positionen wie Cady Noland vertreten sind, auch als eine Chance, die jüngere Kunstgeschichte neu zu bewerten und darzustellen?

          Das MMK war bisher sehr wichtig, was die Bewertung von Kunstgeschichte der Gegenwart betrifft. Und die Sammlung bietet sicherlich zahlreiche Möglichkeiten, vieles neu zu sehen und zu bewerten.

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