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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Berliner Kulturpolitik Rettet die Gemäldegalerie!

 ·  Seit 1998 residiert die kostbare Galerie Alte Meister am Berliner Kulturforum. Für ein Forum der Moderne soll sie nun umverlagert und verkleinert werden - das Debakel kopfloser Kulturpolitik.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (7)

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H. Peter Rose

Berliner Metropolenwahn

Ein weiteres Beispiel für den postfeudalistischen Metropolenwahn, der die Hauptstadt-Politik der Berliner Republik beseelt.

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Stephan von Wiese

Die Pläne stoppen und die Diskussion neu beginnen!

Die Gemäldegalerie darf nicht in den Depots verschwinden. Sie ist den recht schwachen Beständen Moderner Kunst weit überlegen und ein kulturhistorisches Welterbe. Das Kulturforum ist für die Moderne dagegen denkbar ungeeignet. Wenn eine Alternativlösung für einen neuen Standort sinnvoll wäre, dann wäre es das Stadtschloß. Selbst Dahlem wäre eine bessere Lösung als die Einbunkerung. Fragt die Bevölkerung! Diskussion zurück auf Null!

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Claudia Zabel
Claudia Zabel (clza) - 29.06.2012 16:34 Uhr

Dringende Zustimmung

Sehr geehrter Herr Maak,
als Berlinerin und hingebungsvolle Besucherin der Berliner Galerie Alter Meister danke ich Ihnen für Ihren Artikel. Ich lache jedes Mal über das nichtssagende Äußere dieses Baus, ärgere mich schon gar nicht mehr, denn von drinnen ist er gut und der Lohn über die Maßen reich. Ich fange gleich mal mit der Werbung an und empfehle den FAZ-Lesern, wenn Sie in Berlin sind, diese äußerlich verhunzte und an einem ungünstigen Ort gelegene Galerie unbedingt zu besuchen. Sie ist übrigens auch wunderbar leer, die Berliner selbst kennen sie kaum ... Ich glaube, wie Sie, man könnte mit Veränderungen des Vorplatzes und Eingangsbereiches und durch Werbung eine Verbesserung erreichen ohne irgendwelche Unsummen aufbringen zu müssen. Es ist schon seltsam, über einen solchen Schatz zu verfügen und ihn absolut nicht darbieten zu können.
Nochmals Dank.
Und liebe FAZ-Leserinnen und -Leser: Besuchen Sie unseren Gemälde-Bunker bevor es zu spät ist.

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thomas mann
thomas mann (dawan) - 29.06.2012 16:23 Uhr

Kulisse statt Inhalt

Kaum zu glauben was hier passieren soll.

Es ist unerträglich wie alles in dieser Stadt dem "Event" für Touristen geopfert wird.

Die Gemäldegalerie kann jeder finden der sie sucht. Sie ist eine Oase der Ruhe, wie ich sie sonst nur noch im Brücke Museum finde.
Und gerade das macht die macht sie so unvergleichlich.
Wollen wir uns in Zukunft vor Caravaggios "Amor als Sieger" drängeln wir vor der Mona Lisa in Paris- nur weil bequeme Touristen, den alles vor die Nase gesetzt werden muss, sich breit machen und doch nur durch die Räume ziehen, weil der Reisebus sie dort abgeladen hat.

Es ist erschreckend wie alles massentauglich kleingepackt wird - in leicht verdauliche Häppchen mit barocker Kulisse.
Sind wir erst am Ziel wenn wir all das falsch machen was London und Paris falsch gemacht hat ?

Lasst die Kunst jenen die sie lieben - sie werden sie überall finden.

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Miriam Jäger
Miriam Jäger (1050) - 29.06.2012 16:14 Uhr

oh je

danke für den guten artikel,

berlin, pläne bitte nicht wahrmachen

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Erst vor wenigen Wochen habe ich die Alte-Meister-Sammlung am Berliner Kulturforum besucht

Um es kurz zu machen: Die Außenarchitektur dieses Forums ist abschreckend häßlich und dazu völlig unübersichtlich. Es verirren sich daher nur wenige hierher. Steht man dann aber erst einmal in den Schauräumen, die man sich mit nur wenigen Kunstliebhabern teilen muß (aus deren Sicht ein unschätzbarer Vorteil!), so darf man sich an einer herrlichen Sammlung erfreuen, die in der Tat vorzüglich präsentiert wird. Wie alle bedeutenden Sammlungen dieser Art erfordert sie vom Besucher, seinen Rundgang zuvor in gewissem Umfang zu planen, da ihn die Gesamtheit der Exponate bei weitem überfordern würde. Daß dies den Berliner Kulturpolitikern überhaupt nicht paßt, ist leicht zu erahnen. Man möchte der Kunst mit Gewalt zu Popularität und leichter Konsumierbarkeit verhelfen. Daher das Rezept: Man picke die Rosinen der Sammlung heraus und präsentiere sie im Kontext der Museumsinsel, die ja von jedem Touristenbus angesteuert wird. Den Rest verstecke man im Magazin. Schilda und Berlin - Partnerstädte!

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Gerhart Manteuffel
Gerhart Manteuffel (cem_m) - 29.06.2012 15:35 Uhr

Berlin war seit jeher auch berühmt für seine Sammlung Alter Meister.

Zunächst kann ich die Kritik an der Architektur der bestehenden Gemäldegalerie nicht ganz nachvollziehen, im Gegenteil finde ich sie gelungen. Auch ist das Museum 5 Gehminuten vom Potsdamer Platz und der Neuen Nationalgalerie entfernt - ist das nicht zentral genug? Dem Autor ist aber völlig zuzustimmen: Die bestehende grossartige Sammlung in die Archive zu bringen um eine Mischung unterschiedlicher Epochen dort zu zeigen ist Wahnsinn. Es gibt ja schon die Neue Nationalgalerie, das Brücke-Museum, das Bauhaus-Museum und auch die Sammlung Gerstenberg im Westen, um Kunst des 20. Jahrhunderts zu zeigen. Vor einigen Jahren zeigte sich mein englischer Besuch tief beeindruckt von den Exponaten in der Gemäldegalerie - im Vergleich zu London sei das mehr als ebenbürtig, ja gewaltig. Die Schwärmerei für das Berlin der Moderne mag verständlich sein. Aber Berlin war immer auch berühmt für seine Alten Meister, früher untergebracht im heutigen Brücke Museum. Es ist ein Irrsinn, der da abläuft.

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Jahrgang 1972, Redakteur im Feuilleton.

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