07.12.2004 · Der Brite Jeremy Deller, eigentlich Maler, hat mit einer Videodokumentation über Texas den bedeutendsten britischen Preis für zeitgenössische Kunst gewonnen. Darin geht es auch um die Heimatstadt von George Bush.
Der britische Künstler Jeremy Deller (38) ist für eine Video-Dokumentation über Texas mit dem diesjährigen Turner-Preis ausgezeichnet worden.
Der mit umgerechnet 36.000 Euro dotierte bedeutendste britische Preis für zeitgenössische Kunst wurde Deller am Montag abend in London verliehen. Seine Serie von Video-Filmen mit dem Titel „Memory Bucket“ (Erinnerungs-Eimer) schließt Eindrücke aus Crawford, der Heimatstadt des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, ein.
Deller, der eigentlich Maler ist, vermischt in seinen Installationen Archivmaterial mit Interviews und ergänzt offizielle Berichte mit persönlichen Einschätzungen. Er hatte schon zuvor mit einer Rekonstruktion des Bergarbeiterstreiks im Großbritannien der frühen achtziger Jahre und einer „Kinderparade“ im spanischen San Sebastian Aufmerksamkeit erregt. Dellers Anliegen ist es nach Angaben der Jury, wichtige kulturelle und politische Ereignisse mit künstlerischen Mitteln festzuhalten.
Zu den übrigen drei Kandidaten, die für den Turner-Preis 2004 nominiert waren, gehörten die Künstler Ben Langlands und Nikki Bell, die mit einer virtuellen Nachbildung des „letzten Verstecks“ von Usama bin Ladin für Diskussionsstoff gesort hatten. Außerdem nominiert waren der türkische Künstler Kutlug Ataman und der Nigerianer Yinka Shonibare.