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Ausstellung : Die drei Musketiere der Romantik

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Dem Unveränderlichen im Strom des Werdens auf der Spur: Eine Greifswalder Ausstellung würdigt die romantischen Maler Philipp Otto Runge, Caspar David Friedrich und August von Klinkowström als Geburtshelfer der Empfindsamkeit.

          Das Gemälde vom „Mönch am Meer“, der mit melancholischer Tiefe den Blick in die Weite geleitet, ist zum Prototyp für eine Epoche geworden: Im allgemeinen Verständnis ist die Romantik kongruent mit Caspar David Friedrich. Die von ihm gesetzten Maßstäbe bilden rückblickend ab, was man stilgeschichtlich als „romantisch“ erkennen möchte. Doch die Romantik ist bekanntlich kein Stil, sondern eine Geisteshaltung. Und dieser geistige Aufbruch um 1800 äußerte sich in einer Suche, die das gemeinsame Denken im Individuellen zum Ausdruck brachte.

          Friedrich war eines dieser Individuen, ebenso wie Philipp Otto Runge und Friedrich August von Klinkowström. Zu zeigen, wie weit die vorpommersche Herkunft diese drei Künstler eint und wo sich ihre Wege scheiden, ist das Anliegen der Ausstellung „Die Geburt der Romantik“ im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Die Schau könnte auf den ersten Blick lediglich als Echo der Friedrich-Ausstellung in Essen, Hamburg und Stockholm vor vier Jahren und als Präludium für die große Runge-Werkschau in der Hamburger Kunsthalle Ende dieses Jahres erscheinen. Doch die dreißig Gemälde und achtzig Zeichnungen weiten den Blick auf die Anfänge einer Epoche: Dazu trägt auch die erstmalige Veröffentlichung weiter Teile des OEuvres von Friedrich August von Klinkowström bei.

          Befreiung vom antiken Vorbild

          Die Lebensläufe von Runge, Friedrich und von Klinkowström werden parallel vorgeführt: Dabei wird mit den originalen Taufbücher der erste Nachweis dingfest gemacht. Während für Friedrich, in Greifswald als Sohn eines Seifensieders geboren, eine „praktisch handwerkliche“ Ausbildung angedacht war, Runge in Wolgast als Sohn eines Reeders ökonomisch-merkantile Wege gehen sollte, war für von Klinkowström, dessen Familie auf Schloss Ludwigsburg in schwedischen Diensten stand, eine militärische Karriere geplant. Alle drei sollten ihre Eltern enttäuschen: „Lassen Sie ihn immer Maler werden, etwas anders wird aus ihm doch nicht. . .“ Hatte der Maler und Hochschullehrer Johann Gottfried Quistorp zu Friedrichs Vater gesagt, als er das Talent des Jungen erkannte. Allen drei gleich war auch die fundierte Ausbildung an namhaften Kunstakademien der Zeit: Friedrich und Runge lernten in Kopenhagen, von 1794 und 1799 an, die klassizistische Präzision in Zeichnung und Grafik. 1802 begleitete von Klinkowström Friedrich nach Dresden.

          In den Akt- und Landschaftsstudien dieser Jahre wird einem die handwerkliche Qualität ihres Könnens bewusst. Doch ihr Schritt aus dem der „antiken Größe“ nacheifernden Kunstbetrieb heraus war weniger ein technischer als ein geistiger: Bereits in ihrer Jugend waren die Gedanken Ludwig Gotthard Kosegartens prägend. Seine Übersetzung und Kommentierung von James Macphersons „Ossian“ führte zu einer Erweiterung des ikonographischen Repertoires. Stilistisch mussten sich die Akteure erst aus den Vorgaben der antiken Formen lösen: Von Klinkowströms zeichnerische Umsetzung des Barden Ossian von 1807 atmet noch die strenge Hieratik des Göttervaters Zeus.

          Auf der Spur des allgegenwärtigen Gottes

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