Home
http://www.faz.net/-gqz-368y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kunst Der Kunstsammler Gustav Rau ist tot

 ·  Der Sammler und Arzt Gustav Rau ist kurz vor seinem 80. Geburtstag gestorben. Im September 2001 hatte er der Unicef 600 Kunstwerke geschenkt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der Kunstsammler und Arzt Gustav Rau ist tot. Er starb kurz vor seinem 80. Geburtstag am Donnerstag in der Nähe seiner Heimatstadt Stuttgart in einem Krankenhaus. Das teilte Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, am Freitag mit.

Rau hatte im September seine bedeutende Kunstsammlung mit über 600 Werken aus sechs Jahrhunderten der Unicef geschenkt. In der Sammlung finden sich Werke von Claude Monet, Paul Cezanne, Max Liebermann und Edvard Munch. Ihr Wert wird auf 255 bis 511 Millionen Euro (eine Milliarde Mark) geschätzt.

Gustav Rau wurde 1922 in Stuttgart als Sohn eines Fabrikanten geboren. Bis 1993 arbeitete er als Arzt in der heutigen Republik Kongo. Über Raus Kunstsammlung war in der Schweiz ein jahrelanger Rechtsstreit bis vor das Bundesgericht geführt worden.

Rau hatte keine Erben. Seine Sammlung lagerte Jahre in einem Depot in der Schweiz. Der Arzt übereignete sie 1997 der liechtensteinischen Crelona-Stiftung, Raus Vertraute fochten die Gültigkeit dieser Vereinbarung jedoch an.

Zweifel an der Urteilsfähigkeit des Sammlers veranlassten 1998 das Eidgenössische Departement des Innern als Stiftungsaufsichtsbehörde dazu, Rau einen Beistand an die Seite zu stellen. Im Dezember 2000 löste das Departement die Vereinbarung wieder auf, nachdem ein Gericht in Baden-Baden den Sammler als urteilsfähig eingestuft hatte.

Einen Großteil der über 600 Werke, die an Unicef gingen, will das Kinderhilfswerk verkaufen. Aus dem Erlös sollen Kinderprojekte in der Dritten Welt finanziert werden.

  Weitersagen Kommentieren (0) Merken Drucken

04.01.2002, 14:38 Uhr

Weitersagen
 

Unsere Geschichten, nur anders erzählt

Von Andreas Platthaus

Mit Kafka teilte er die Einfühlung in das Schicksal der Bedrängten. Das Erfolgsrezept seiner Bücher könnte den Titel eines Aufsatzes tragen, den er 1993 veröffentlicht hat. Zum Tod von Gabriel García Márquez. Mehr 1 2