29.04.2003 · Aus dem beim Einmarsch der amerikanischen Armee in Bagdad geplünderten irakischen Nationalmuseum sind rund 650 Kunstwerke wieder aufgetaucht, darunter ein 7000 Jahre altes, fast unbeschädigtes Tongefäß.
Aus dem beim Einmarsch der amerikanischen Armee in Bagdad geplünderten irakischen Nationalmuseum sind rund 650 Kunstwerke wieder aufgetaucht, darunter ein 7000 Jahre altes, fast unbeschädigtes Tongefäß.
Wie die für die Suche nach den Kunstgegenständen verantwortliche Spezialeinheit des amerikanischen Zentralkommandos im Museum in Bagdad mitteilte, brachte ein Iraker am Dienstag rund dreißig Antiquitäten zurück, darunter mehrere kleinere Keilschrift-Tafeln sowie die etwa 15 Zentimeter hohe Statue eines Königs.
Am Montag hatte das Zentralkommando bereits über die Rückgabe eines der ältesten erhaltenen Bronzereliefs eines Bullen berichtet. Auch wertvolle Manuskripte seien zurückgebracht worden. Ende vergangener Woche sollen irakische Hilfssoldaten der amerikanischen Armee zwei Schmuggler gestoppt haben, die in einer Kiste aus dem Museum 465 geraubte Kunstgegenstände aus dem Museum transportierten, darunter viele zylinderförmige Siegel.
Unklarheit herrscht nach wie vor über die Anzahl und den Wert der bei der Plünderung verschwundenen Antiquitäten und den Verbleib der Ausstellungsstücke, die von der Museumsverwaltung angeblich vor Kriegsbeginn aus Sicherheitsgründen in einen Tunnel unter der irakischen Zentralbank gebracht worden waren. Fest stehe bislang nur, dass bei dem Kunstraub eine „hinterhältige Hand“ mit im Spiel gewesen sei, „jemand, der genau den Wert der einzelnen Objekte gekannt hat“.