Der Bundesbeauftragte für Kultur, Julian Nida-Rümelin, SPD, hat für den Neubau des zeitgeschichtlichen Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in Berlin eine absolute Kostengrenze von 76 Millionen Mark gesetzt. Sollte diese Summe wegen der zurzeit diskutierten technischen Probleme des Baus nicht gehalten werden können, kündigte der Minister für den Bund auch ein Scheitern des Projektes bzw. eine völlige Neuplanung an.
Nach neuen Schätzungen soll der umstrittene und komplizierte Bau nach den Entwürfen des Architekten Peter Zumthor 76 Millionen Mark kosten. Der bestehende Baustopp wird allerdings nicht vor Ende des Jahres aufgehoben, betonte Berlins Stadtentwicklungssenator Peter Strieder, SPD, bei einem Treffen mit allen an dem Projekt beteiligten Experten.
Strieder dankte Nida-Rümelin für die Bereitschaft des Bundes, die Hälfte der Kosten zu tragen, wenn sich der gegenwärtige Kostenansatz als realistisch erweist. Auf Grund der explosionsartigen Kostenentwicklung bei dem ursprünglich mit 45 Millionen Mark veranschlagten Projekt war von Strieder eine Expertengruppe eingesetzt worden, die prüfen sollte, inwieweit Zumthors Entwurf „im Rahmen einer vertretbaren Wirtschaftlichkeit“ realisierbar ist. Dabei seien besonders die Bereiche Statik, Ausbau, Verglasung, Technik, Ausstattung, Außenanlagen und Honorare „kritisch betrachtet“ worden.
Im Februar hatte Nida-Rümelin im Bundestagskulturausschuss betont, dass sich Berlin auch die Option auf einen Ausstieg aus dem jetzigen Vertrag offen halten müsse.