Home
http://www.faz.net/-gqz-qaut
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kultur und Politik Schriftsteller gegen Linkspartei

29.06.2005 ·  „Weder neu noch links“: Deutsche Schriftsteller wie Hans Christoph Buch, Wolf Biermann, Monika Maron und Peter Schneider distanzieren sich in einer Erklärung vom Linksbündnis aus PDS und WASG.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Namhafte deutsche Schriftsteller haben das Linksbündnis aus PDS und WASG heftig kritisiert.

„Die neue Linkspartei ist weder neu noch links, so wie die PDS, wie immer sie sich nennen mag, nicht für demokratischen Sozialismus steht“, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin herausgegebenen Erklärung, die unter anderem von Hans Christoph Buch, Wolf Biermann, Klaus Harpprecht, Uwe Kolbe, Günter Kunert, Gert Loschütz, Monika Maron und Peter Schneider unterzeichnet ist.

Unfreiwillige Komik

„Die Nachfolgepartei der SED hat sich vom Polizeistaat DDR, einschließlich Mauer und Schießbefehl, ebenso halbherzig distanziert wie ihr Aushängeschild Gregor Gysi von seinen Stasi-Kontakten“, schreiben die Autoren. Es habe seine unfreiwillige Komik, wenn die PDS heute die Rückkehr zum westdeutschen Wohlfahrtsstaat propagiere, den sie einst so erbittert bekämpfte. Das Bündnis mit Oskar Lafontaine mache diese Politik nicht glaubwürdiger, denn aus der globalisierten Welt und aus der Europäischen Union führe kein Weg zurück zum abgeschotteten Nationalstaat, der durch Schließung der Grenzen soziale Sicherheit zu schaffen glaube.

„So besehen, war Oskar Lafontaines Wort von den 'Fremdarbeitern', die deutschen Arbeitnehmern angeblich die Butter vom Brot nehmen, kein Versprecher, sondern ein Offenbarungseid“, hieß es weiter. Es sei bezeichnend, daß die PDS im Osten Deutschlands nichts gegen die grassierende Fremdenfeindlichkeit unternommen habe, sondern sich „klammheimlich die Hände rieb“. Die Konvergenz von links- und rechtsextremer Ideologie sei mehr als nur ein wahltaktisches Manöver. Das Nein der PDS zur europäischen Verfassung sei dafür ebenso ein Indiz wie Lafontaines Haltung zur Wiedervereinigung.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Ab in die eTonne

Von Ursula Scheer

Der „eTown-Index“ rechnet aus, in welcher Stadt Deutschlands es die meisten wirtschaftlichen Internetseiten gibt. Googles System dahinter ist ebenso durchschaubar wie verworren. Mehr