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Künstler-Ranking Sigmar Polke bleibt ungeschlagen im „Kunstkompass“

31.10.2001 ·  Der Kölner Maler Sigmar Polke führt zum dritten Mal in Folge den „Kunstkompass“ der 100 bedeutendsten Gegenwartskünstler an.

Von Stefan Kobel
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Pünktlich zur Art Cologne gibt die Zeitschrift "Capital" mit dem Kunstkompass die Top 100 der zeitgenössischen Kunst bekannt. Nach einem festgelegten Punktesystem, welches der Zahl der Ausstellungen des Künstlers und Fachkritiken über seine Arbeiten folgt, werden die Stars der Szene, aber auch Auf- und Absteiger, einer Bewertung unterzogen und in ihrer Preiswürdigkeit verglichen.

Unter den ersten 20 tut sich in der Regel nicht allzu viel, sie sind eine sichere Bank. Wie in den beiden Vorjahren führen Sigmar Polke, Gerhard Richter und Bruce Nauman die Liste an. Ihnen folgt Rosemarie Trockel, die bereits seit 1994 in den Top Ten rangiert. Seit die jungen Wilden Baselitz, Richter und Penck in den späten 80ern die Hitparade stürmten, dominieren Deutsche in wechselnder Besetzung die Spitzenplätze. 2001 ist Georg Baselitz an achter Position der Vierte im Bunde.

Die einzige Nation, die mitzuhalten vermag, ist Amerika. Außerhalb der „Medaillenränge“ belegen Cindy Sherman Rang sechs und Louise Bourgeois Rang sieben. Italien, das noch 1987 mit Enzo Cucchi, Francesco Clemente und Mimmo Paladino das Feld beherrschte, muss sich dieses Jahr mit einem wackeren Vertreter der Arte Povera begnügen. Mario Merz ist 25ster. Die ehemals gefeierte Arte Cifra ist megaout. Einzig Clemente hat mit der Startnummer 84 noch ein wenig Spielraum, bevor er das Spielfeld verlässt.

Die Aufsteiger

Interessant wird es bei den Aufsteigern. Die höchste Position erreichte hier Jeff Koons. Zwischenzeitlich ins Mittelfeld abgerutscht, scheint er vom aktuellen Revival der 80er-Jahre besonders zu profitieren. Ein eindrucksvoller Beleg dafür ist der Preis von über fünfeinhalb Millionen Dollar, der im Mai bei Sotheby's in New York für seine Porzellan-Skulptur „Michael Jackson und Bubbles“ bezahlt wurde.

Noch außerhalb der hundert Größten ist der Deutsche Neo Rauch. Allerdings hat Rauch im abgelaufenen Jahr 390 Plätze gutgemacht, es ging von Rang 542 auf 152. Seinen Galeristen Harry Lybke von Eigen + Art amüsiert die Hysterie eher. Er möchte seinen Künstler langsam aufbauen und ihn nicht zu marktgerechter Produktion zwingen. Seine kleinformatigen Arbeiten sind zwar ausverkauft, bevor sie fertiggestellt werden. Großformatige Werke, die Rauch bevorzugt, sind hingegen zu haben. Das wird den Jungstar jedoch nicht vor der "Capital"-Hitparade bewahren. Für die nächsten Jahre sind bereits punktewürdige Ausstellungen geplant, darunter eine Gruppenausstellung im New Yorker Museum of Modern Art.

Die Kategorie "Olymp" versammelt die ewige Bestenliste. Hier geht es naturgemäß etwas ruhiger zu. Neuzugänge sind selten. Deutsche und Amerikaner teilen sich seit Jahren die vorderen Ränge. Aktuell lautet die Reihenfolge Warhol, Beuys, Kippenberger, Liechtenstein und Judd.

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