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Künstler aus Deutschland : Ein Park als Kunstwerk: "Park Fiction"

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Das Gelände am Hamburger Hafen Bild: AG Park fiction

„Park Fiction“ gehört zu den kollektiven künstlerischen Beiträgen auf der diesjährigen Documenta11 - ein Projekt, das in Hamburg Furore macht.

          "Park Fiction" ist ein Hamburger Kunstprojekt, das seit einigen Jahren unweit der Hafenstrasse auf St. Pauli entsteht. Geplant ist eine Parkanlage-nach-Wunsch-der-Anwohner, die vollkommen neue Aspekte von Kunst im öffentlichen Raum, von Kunst und sozialem Engagement bedeutet. Ein Projekt, das Okwui Enwezor so sehr reizt, dass er das Kollektiv unter Christoph Schäfer zur Teilnahme an der Documenta11 eingeladen hat.

          Seit 1994 machen Kulturschaffende mit Anwohnern des Viertels gemeinsame Sache. Sie sammeln Ideen für eine fantasievoll-ausgefallene Oase am Hafenrand. Koordiniert wird die "kollektive Wunschproduktion" von dem Hamburger Künstler Christoph Schäfer, der sich auf Interventionen im urbanen Umfeld spezialisiert hat. Der 38 Jährige befasst sich länger schon mit Gärten und Parks als Austragungsorte für politisches Engagement.

          Kunst im öffentlichen Dialog

          "Park Fiction" ist ein gruppendynamischer Prozess, eine weitere "Erweiterung der Autonomie der Kunst" in die Öffentlichkeit hinein. Kunst wird hier zur treibenden Kraft einer direkten Planung der Stadt durch ihre Bürger. "Die Wünsche werden die Wohnung verlassen und auf die Straße gehen" lautet der Titel von Margit Czenkis Filmcollage, die sie vor einiger Zeit über "Park Fiction" gedreht hat.

          Rot soll der Brunnen von „Park Fiction” werden

          Als "Tools" für die kreative Strategie dienten der "Park Fiction"-Manschaft um Christoph Schäfer Fragebögen, die sie als "Action-Kit" mit aufklappbarem Hafenpanorama zum tatkräftigen Ausschmücken an interessierte Bürger verteilten. Videos wurden gedreht, Polaroids gemacht, Modelle gefertigt. Und das Resultat waren wellenförmige Grünflächen mit Palmeninseln, ein grell beleuchteter "Seeräuberinnen-Brunnen", ein Garten auf dem Dach einer Turnhalle, eine Rundbank, die die brisante Geschichte des Teehandels dokumentiert, und vieles andere mehr. Das alles wird sich in hoffentlich naher Zukunft über ein grosses Areal nahe des berühmt-berüchtigten Pinnasberg erstrecken.

          Eine Utopie steht zur Diskussion auf der Documenta11

          Nach langwierigen Verhandlungen mit unterschiedlichsten Behörden hat "Park Fiction" inzwischen gute Chancen in die Tat umgesetzt zu werden: Noch in diesem Jahr soll es losgehen, wenn die Finanzierung stimmt.

          Auf den Spuren von Joseph Beuys wird diese Kunstaktion unmittelbar auf das Leben einwirken und als "soziale Plastik" in der Öffentlichkeit Gestalt annehmen.

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