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„Krieg und Frieden“ Atompilz im Rahmen

07.09.2007 ·  Mit „Krieg und Frieden“ reagierten Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Stefan Aust und Axel Engstfeld 1982 auf die durch den Nato-Doppelbeschluss zur atomaren Nachrüstung in Mitteleuropa ausgelösten Kriegsängste und Friedensbewegungen.

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Die Kamera unterscheidet sich vom menschlichen Auge durch größere Widerstandskraft. Wo beim Menschen die Retina zerstört wird, bleibt der Aufnahmeapparat unversehrt. Aber auch das Kino kann von einer Atomexplosion nur gleißendes Licht zeigen - was wir von der Atomgefahr sehen können, ist der Atompilz.

Mit „Krieg und Frieden“ reagierten Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Stefan Aust und Axel Engstfeld 1982 auf die durch den Nato-Doppelbeschluss zur atomaren Nachrüstung in Mitteleuropa ausgelösten Kriegsängste und Friedensbewegungen. Die „Kubanisierung“ der Bundesrepublik wurde durch einen Vergleich mit der Kuba-Krise von 1962 erörtert, es gibt großartiges Material von dem Besuch Helmut Kohls bei Ronald Reagan zu sehen, und Kluge steuert zu den teilweise sehr zeitverhafteten und im Jargon der Agitation gehaltenen Passagen des Films einen für ihn typischen großen Rahmen bei: „Von Zeit zu Zeit sucht der Krieg nach seiner absoluten Idee.“ Der Atompilz ist das Zeichen dieser kaum vorstellbaren Idee. „Krieg und Frieden“ berichtet von der Rationalität des Irrationalen im Kalten Krieg.

Quelle: breb., Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.09.2007 Seite 37
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