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Koffein Berlin hat Probleme, New York aber auch

 ·  Die städtische Kultur blutet vor sich hin. Paris hat Probleme, Berlin hat sie auch - und New York ist nicht besser dran.

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Die Kultur hat es schwer, und bei der Kultur der Metropolen fällt das besonders auf.

Aus Paris kam kürzlich die Hiobsbotschaft, dass der Louvre zwischen September und Dezember keine Sonderausstellung mehr eröffnen wird. In Berlin war vor Jahren die Schließung des Schiller-Theaters das Präludium zu späteren Kürzungen und Abwicklungen gewesen. Doch der abgemagerten Patientin reicht ja jetzt der Bund die Hand, "ein schöner Schritt in die richtige Richtung", wie die "Welt" in ihrer Glosse "Fast alles in Butter" bemerkt.

Der Rotstift für die Kultur von "Big Apple"

Nicht nur Europa hat mit seinen Modellen der staatlich gestützten Kulturfinanzierung Sorgen. In New York zieht Mark Page neue Seiten auf. Der frischgebackene Direktor im Finanz-Department von "Big Apple" hat sich - wie die "New York Times" berichtet - gleich mit einem "Memo" beliebt gemacht, das er der städtischen Kulturbehörde und ihren Büros hat zukommen lassen. In diesem bitte er die Behörde zu überdenken, wie sie in den kommenden vier Jahren Kürzungen von 25 Prozent bei ihren Bauvorhaben einleiten könne.

Erst kürzlich hatte Bürgermeister Michael R. Bloomberg Alarm geschlagen: Der Wiederaufbau des Lincoln Center, welcher 1,2 Milliarden Dollar kosten würde, sei vermutlich auszusetzen. Am 14. Februar wird Bloomberg den vorläufigen Haushaltsplan bekannt geben. "We are nervous," sagt David E. McKinney, der Präsident des Metropolitan Museum (MET).

Am schlimmsten trifft es diejenigen, welche die höchsten Zusagen von der Stadt bekommen hatten: Das MET, dem 26,2 Millionen Dollar versprochen worden waren, damit es seine Ausstellungsfläche verdoppeln sollte, das Museum of Modern Art, das in Long Island City neue Räume auftun wollte, das Queens Museum of Art, das Solomon R. Guggenheim Museum, der Botanische Garten der Stadt und das Aquarium auf Coney Island.

Giuliani hatte noch ein Herz für die Kultur

Norma P. Munn, Vorsitzende einer Gruppe von New Yorker Kultur-Lobbyisten, sieht schwarz: "Niemand will ja zu den Tagen zurückkehren, in denen die Brücken nicht gestrichen wurden, und so rücken kulturbezogene Projekte ans Ende der Liste. Aber wenn das passiert, wird nichts übrig bleiben." Wehmütig denkt so mancher New Yorker nun an den vormaligen Bürgermeister Rudolph W. Giuliani, der in seiner achtjährigen Amtszeit mehr als alle früheren Bürgermeister für die Kultur locker machen konnte, nämlich 484,7 Millionen Dollar.

Die "New York Times" räsoniert, dass bei den meisten Großprojekten städtisches Geld ja nicht den Löwenanteil ausmache und die Szene auch wüsste, dass es an ihr selbst läge, sich eine Kombination von Quellen zu erschließen. Dennoch, so die Zeitung, mache städtisches Geld viel aus, schon deswegen, weil eine Zusage seitens der Stadt andere Geldgeber beflügle.

Vor solchem Hintergrund halten viele Kulturkundige von New York das projektierte O' Gehry-Guggenheim am East River von Lower Manhattan für eine Schnapsidee. Der Architekt stand der Zeitung für keinen Kommentar zur Verfügung, aber eine stellvertretende Leiterin von Guggenheim äußerte sich dazu: "Es brauchte 16 Jahre, um Frank Lloyd Wright's uptown Guggenheim zu bauen, und das ist eine lange Zeit", und ergänzt, "Wir haben Zeit, und wir sind geduldig. Wir müssen es sein."

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