23.06.2012 · Finaler Theaterdonner in Köln: Uwe Eric Laufenberg will das Bühnenbild retten. Eine Oper sucht nach zwei Millionen Euro und einem neuen Intendanten.
Von Eleonore BüningRichtlinien für Lesermeinungen
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Der Pakt des Intendanten mit dem Teufel
Mutmaßung: Laufenberg wusste schon vor seiner Berufung, dass das
Budget für seine Vorstellung von Großartigkeit nicht reicht.
Quander auch, wollte sich aber mit Laufenberg ein künstlerisches
Denkmal setzen. Also die üblichen Budget-Tricks, nach dem Motto
"nehmen wir doch mal einen Landes-Zuschuss an". So haben beide
haben ein skandalöses Millionen-Loch in das Stadtsäckel
gerissen. Laufenberg hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass sei
nicht sein Problem. Vermutlich bezog er sich auf mündliche Nebenabreden.
Um ihren Job wie bisher ausüben zu können musste Quander
schuldlos sein und Laufenberg finanziell sorgenlos. Beides gleichzeitig
geht politisch nicht. Darüber sind beide Feinde geworden.
Anfänglich konnte man sich auf Laufenbergs öffentlichen
Äußerungen noch einlassen. Aber über die vergangenen
sechs Monate wurden die Selbstinszenierungen zur Durchsetzung seines
Budget-Wunschs immer dreister und platter. Das erinnerte zuletzt mehr an
eine Schmierenkomödie als an Hochkultur.
Dramatischer Besucherrückgang und Mio.-Defizit der Kölner Oper wohl kein Thema für Frau Büning
Der Erfolg der Kölner Oper im Feuilleton mag ja da sein. Erstaunlich aber, wie unreflektiert überall über die 90% Auslastung berichtet wird. Fakt ist jedenfalls, dass innerhalb von zwei Jahren nicht nur ein Defizit von etlichen Mio. € entstanden ist, sondern die Wirtschaftsabteilung der Kölner Bühnen in der vergangenen Spielzeit einen massiven Besucherrückgang in der Oper auf nur noch 175.000 verzeichnet hat, und davon noch fast 15.000 mit Freikarten. In den Jahren davor waren es regelmäßig über 200.000 Besucher. Die Auslastung beschreibt ja nur das Verhältnis der verfügbaren zu den besetzten Plätzen und lässt sich für Journalisten und Kulturpolitiker leicht manipulieren. Erfolg beim Publikum sieht jedenfalls anders aus.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 09:10 UhrDie Zahlen stimmen
Sorry, Ihr Eindruck täuscht, die Zahlen kommen aus der Wirtschaftsabteilung der Bühnen. Die Auslastung beschreibt nur das Verhältnis von ANGEBOTENEN zu BESETZTEN Plätzen. Insofern kann man mit weniger Vorstellungen etwas vorgaukeln, was sich nicht in den nackten Zahlen ausdrückt. Fakt ist: letzte Spielzeit erheblicher Besucherrückgang auf 175.000, und dann noch mit massiver Freikartenausgabe, statt 200.000. Früher lag die Auslastung auch bei über 80%, aber eben mit viel mehr Besuchern, mehr Einnahmen, ohne Mio. € Defizit, halt einfach besser geführt. Und auch jetzt ist nicht alles Gold, z.B. Zauberflöte, Mahagonny usw., und bei Monteverdi konnte man sich quer legen, so leer war das.
Ach ja?
Dass die Kölner Oper seit Laufenberg einen Besucherrückgang
haben soll, klingt schon arg abenteuerlich. Herrn Quander würde das
sicher gefallen. Nur erklären Sie mir einmal, wie es dann kommt,
dass das Opernhaus in den letzten drei Spielzeiten ständig gut
besucht ist. Häufig ist es kaum noch möglich, überhaupt
Karten für eine Vorstellung zu bekommen. Bevor Herr Laufenberg kam,
habe ich nicht selten in Vorstellungen gesessen, die nicht einmal zur
Hälfte besucht waren.
Ihre Behauptung eines Besucherrückgangs stimmt mit meinen eigenen
Erfahrungen überhaupt nicht überein. Und ich besuche die
Kölner Oper nicht ab und an, sondern mehrfach in der Woche. Was
auch immer Sie hier darstellen möchten: Es stimmt einfach nicht.
Fakt ist: Bevor Herr Laufenberg kam, war die Oper zur Lachnummer
verkommen. Seit er da ist, ist aus dem Haus eines der besten in
Deutschland geworden. Aber das passt natürlich nicht zur
allgemeinen Mittelmäßigkeit, für die Rot-Grün steht.
Ein als Opernintendant gescheiterter Kulturdezernent jagt mit Hilfe schmutziger
Intrigen einen äußerst erfolgreichen Intendanten und
Regisseur aus dem Amt.
In meinen 37 Jahren als Kammermusiker der Städte Wuppertal und Köln
habe ich einen solchen Skandal noch nicht erlebt!Der Schaden für
die Stadt
ist immens.Köln ist mal wieder die Lachnummer der Republik.Traurig!
Daniel Cahen
Ein als Opernintendant gescheiterter Kulturdezernent jagt mit Hilfe schmutziger
Intrigen einen äußerst erfolgreichen Intendanten und
Regisseur aus dem Amt.
In meinen 37 Jahren als Kammermusiker der Städte Wuppertal und Köln
habe ich einen solchen Skandal noch nicht erlebt!Der Schaden für
die Stadt
ist immens.Köln ist mal wieder die Lachnummer der Republik.Traurig!
Daniel Cahen
Eleonore Büning Jahrgang 1952, Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin
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