18.11.2003 · Weihnachten ist nicht mehr lange hin, und das Kino trägt dem in dieser Woche Rechnung: die Liebe in allen ihren Varianten steht im Vordergrund. Außerdem zu sehen: zwei Biografien und ein Gipfeltreffen des Horrorfilms.
Weihnachten ist nicht mehr lange hin, und das Kino trägt dem in dieser Woche Rechnung: die Liebe in allen ihren Varianten steht im Vordergrund. Außerdem zu sehen: zwei Biografien und ein Gipfeltreffen des Horrorfilms.
Tatsächlich... Liebe
Amerika 2003. Gleich zehn Londoner Liebesgeschichten auf einmal erzählt Richard Curtis in seinem Film mit Hugh Grant, „Mr. Bean“ Rowan Atkinson und Heike Makatsch. Englands neuer Premierminister, ein alternder Schlagersänger, ein Schriftsteller und sein Hausmädchen und viele weitere stürzen sich in Liebesabenteuer, die mal mehr, mal weniger zu Herzen gehen.
Findet Nemo
Amerika 2003. Für ihren neuen Trickfilm haben die Pixar-Studios („Toy Story“) 74.472 Quallen, 692 Fischschwärme, 111.998 Steine auf dem Boden eines Aquariums und 361.975 Federn für eine Szene mit sieben Pelikanen am Computer produziert. Der Aufwand lohnte sich: „Findet Nemo“ wurde zum erfolgreichsten Trickfilm aller Zeiten, noch vor Disneys „König der Löwen“. Regisseur Andrew Stanton erzählt eine amerikanische Geschichte von einem alleinerziehenden Vater, der seinen Sohn sucht, in der australischen See. Held ist der kleine Clownsfisch Nemo.
Der Poet
Deutschland/Österreich/Großbritannien 2003. Profikiller und ihr einsames, blutiges Treiben haben die Filmwelt schon immer fasziniert. Dieser Thriller von Paul Hills erzählt die Geschichte des russischen Auftragskillers Andrei, der sich in die Schwester eines Mannes verliebt, den er selbst getötet hat.
Dieter Roth
Schweiz 2003. Der Künstler Dieter Roth starb 1998. Er war ein Mann der Verwandlungen und des Spiels, ein Künstler mit clownesker Maske und melancholischen Verschattungen hinter der changierenden Fassade, ein Chamäleon, dem die Veränderung stets wichtiger war als das Beharren auf einmal erreichten Positionen. Ein Zauberer und Verzauberer war er immer, ein Poet sowieso. In ihrem Dokumentarfilm nähert sich Edith Jud dem Künstler und seinem Werk.
Vaterland
Deutschland 2002. Thomas Heise, dessen gespannte Aufmerksamkeit seit der Wende Leuten in Sachsen-Anhalt gilt, wo ganze Industrieregionen brachliegen, lebte einen Monat lang in einem kleinen Dorf nahe Dessau, bevor er dort prägnante Zeitgenossen porträtierte. Warum er gerade diesen bedeutungslosen Ort wählte, erklärt sich aus der Biographie seines Vaters, der hierhin 1944 für den Flugzeugbau zwangsverpflichtet wurde. Daher der schillernde Titel „Vaterland“. Doch vor allem geht es um die verbissene Seßhaftigkeit der Einwohner, seitdem nicht mehr die sowjetischen Düsenjäger die Mauer erzittern lassen, und um eine verbohrte Vitalität, die rauh und gefährlich anmutet. „Ich muß hier ja nicht glücklich sein“, meint trotzig eine junge Frau. Die Szenen in den Wohnungen und in der eigens für den Film reanimierten Kneipe erfüllen mit höchster Unruhe über dieses friedlose Sein, und vielleicht steht der Ort für mehr als diese mitteldeutsche Landschaft. Ein moralisches Urteil ist nicht gefragt. Heise durfte sich über den Spezialpreis der Jury beim Dokumentarfilmfestival in Nyon freuen.
Freddy vs. Jason
Amerika 2003. Der King Kong des Splatterfilms trifft auf Godzilla: „Nightmare on Elm Street“-Finsterling Freddy Krueger macht mit dem „Freitag, der 13.“-Unhold Jason Voorhoes aus, wer der fiesere Teenie-Schlächter ist. Für den Hongkong-Regisseur Ronnie Yu wetzte Freddy ein letztes Mal die Messer.
Von Werra
Deutschland/ Schweiz 2003. In „Einer kam durch“ spielte Hardy Krüger 1957 den Jagdpiloten der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, Franz von Werra. In seiner Dokumentation erzählt Werner Schweizer die Biographie beider Männer.
The Guys
Im einem winzigen New Yorker Fringe-Theater wurde Anne Nelsons Stück über den 11. September mit Sigourney Weaver als Journalistin uraufgeführt, die mit ihrem Auftritt wohl auch das Bedürfnis befriedigte, „etwas zu tun“. Nun ist eine Kinofassung zu sehen, in der wiederum Sigourney Weaver einem New Yorker Feuerwehrmann beim Verfassen einer Trauerrede hilft: Bei den Rettungsaktionen hette er fast alle Männer seines Löschzugs verloren.