13.04.2004 · Charlize Therons oscargekrönte Verwandlung in ein „Monster“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Außerdem neu: Das Regiedebüt einer Auschwitz-Überlebenden und eine Selbstfindung in der Toskana.
Charlize Therons oscargekrönte Verwandlung in ein „Monster“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Außerdem neu: Das Regiedebüt einer Auschwitz-Überlebenden und eine Selbstfindung in der Toskana. Der Überblick von FAZ.NET.
Monster
Drama, Amerika 2003. „Monster“ ist eines jener Wunder des amerikanischen Kinos, wo der frische Blick einer Regiedebütantin und die Bereitschaft eines Stars, aus dem Schatten der eigenen makellosen Ausstrahlung zu treten, einander auf eine Weise befeuern, daß man anderthalb Stunden den Atem anhält. Es ist die Geschichte der Aileen Carol Wuornos (Charlize Theron), die mit acht Jahren vergewaltigt wurde, mit dreizehn auf den Strich ging und 2002 hingerichtet wurde, weil sie sechs Männer getötet hatte. Patty Jenkins' Film zeigt eine Frau, die gefangen ist in ihrer Rache und der Sehnsucht, ihrer Geschichte zu entfliehen. So scheint sich all die Energie, die sie in die lesbische Beziehung mit der jungen Ausreißerin Selby (Christina Ricci) steckt, irgendwann zu verselbständigen und das, was sie an Zuflucht und Trost darin findet, zu verschwinden hinter dem Preis, den sie dafür zu bezahlen bereit ist. Mit Bruce Dern, Lee Tergesen und Annie Corley.
Birkenau und Rosenfeld
Drama, Frankreich/Deutschland 2003. Oskar (August Diehl), ein junger Deutscher, und eine ältere Frau sind sich auf den Pfaden von Birkenau begegnet, dem Teil von Auschwitz, in dem Hunderttausende den Tod gefunden haben. Anouk Aimée spielt Myriam Rosenfeld, die als junges Mädchen mit ihrem Vater hierher deportiert worden war. Sie hat ihn nie wieder gesehen und auch sonst niemanden aus ihrer weitverzweigten Familie. Marceline Loridan-Ivens hat im Alter von 75 Jahren ihren ersten langen Spielfilm gedreht. Als Regisseurin ist sie noch einmal zurückgekehrt nach Birkenau, um mit ihrer eigenen Geschichte gegen das Vergessen anzuerzählen: von ihren Erlebnissen, aber auch von den quälenden Erinnerungen, von den Schuldgefühlen der Überlebenden und von Verdrängungsversuchen, derer man sich selbst kaum bewußt wird. Mit Marilu Marini, Zbigniew Zamachowski und Claire Maurier.
Dawn of the Dead
Thriller, Amerika 2004. Das Original von George A. Romero aus dem Jahr 1985 gilt als einer der besten Horrorfilme aller Zeiten. Millionen von Zombies bedrohen Amerika; eine kleine Schar Überlebender sucht in einem Einkaufszentrum Zuflucht. Regie Zack Snyder, mit Sarah Polley, Ving Rhames und Jake Webber.
Die Herzen der Männer
Drama, Frankreich 2003. Vier Männer um die Fünfzig werden durch einen Todesfall aus ihrer Routine gerissen, und jeder von ihnen beginnt, sein Leben neu zu überdenken. Regie Marc Esposito, mit Bernard Campan, Gérard Darmon und Jean-Pierre Darroussin.
Schußangst
Thriller, Deutschland 2003. Der Film des georgischen Regisseurs Dito Tsintsadze nach dem Roman von Dirk Kurbjuweit hat 2003 bei den Internationalen Filmfestspielen von San Sebastián den Hauptpreis gewonnen. Der Zivildienstleistende Lukas (Fabian Hinrichs) fährt in Berlin Essen auf Rädern aus und begegnet bei seiner Arbeit einer Galerie von Außenseitern. Als ihm eine attraktive junge Frau in der Straßenbahn einen Zettel mit den Worten „Hilf mir!“ zusteckt, ist der scheue Lukas verloren. Er freundet sich mit der rätselhaften Isabella (Lavinia Wilson) an und entdeckt, daß sie mit ihrem Stiefvater schläft. Von diesem Punkt an stolpert der Film, der so bedächtig begann, seinem abstrusen Ende entgegen. Die Gewalttat, auf die alles zuläuft, nimmt man „Schußangst“ beim besten Willen nicht ab, denn die Figuren versinken in ihrer eigenen Rätselhaftigkeit. Mit Johan Leysen, Rudolf W. Marnitz und Ingeborg Westphal sowie Axel Prahl und Christoph Waltz.
Unter der Sonne der Toskana
Komödie, Amerika 2003. Die amerikanische Schriftstellerin Frances wird von ihrem Mann verlassen und versucht, sich mit einer Reise in die Toskana zu trösten. Dort überrascht sie sich selbst, als sie eine alte Villa kauft - und die Restaurierung selbst in Angriff nimmt. Regie Audrey Wells, mit Diane Lane, Sandra Oh und Lindsay Duncan.
Der bayerische Rebell
Dokumentation, Deutschland 2004. Einer sehr direkten Wortwahl geht der Sänger Hans Söllner in seinen Liedtexten nach. Musikalisch ist der Bayer im Rock und Reggae verwurzelt, politisch legt er sich immer wieder mit der Obrigkeit an. Die Dokumentation stellt den Liedermacher vor. Regie Andy Stiglmayr.
Kleine Freiheit
Drama, Deutschland 2003. Der sechzehn Jahre alte, in Hamburg lebende Baran ist in die Illegalität abgetaucht, um der Abschiebung zu entgehen. Er freundet sich mit einem Dealer an. Regie Yüksel Yavuz, mit Cagdas Bozkurt, Leroy Delmar und Nazmi Kirik.
E.K.G. Expositus (die öffentlichen und die künstlerischen Medien)
Experimentalfilm, Deutschland 2004. Drei Kurzfilme des Regisseurs Michael Brynntrup, mit Bernhard Bieniek, Jochen Paul und Petra Krause.