26.01.2004 · Killerwale jagen Seehunde, Werwölfe haben es mit Vampiren zu tun, Cowboys mit Großgrundbesitzern, eine Gruppe junger Texaner gleich mit 1000 Leichen - in den Kinostarts dieser Woche geht es um Leben und Tod.
Killerwale jagen Seehunde, Werwölfe haben es mit Vampiren zu tun, Cowboys mit Großgrundbesitzern, eine Gruppe junger Texaner gleich mit 1000 Leichen - in den Kinostarts dieser Woche geht es um Leben und Tod.
Before Night Falls
Amerika 2000. Als Maler, Filmregisseur und Sänger hat Julian Schnabel von sich Reden gemacht. In dieser Woche wird in der Frankfurter Kunsthalle Schirn eine große Retrospektive eröffnet. Zeitgleich kommt sein zweiter Kinofilm in die deutschen Kinos. Für seinen ersten Film über den Malerkollegen Jean-Michel Basquiat hatte Schnabel David Bowie und Dennis Hopper gewinnen können, in seiner Verfilmung der Lebensgeschichte des spanischen Schriftstellers Reinaldo Arenas sind Johnny Depp und Sean Penn zu sehen. „Before Night Falls“ ist zugleich eine Künstlerbiographie über einen verfolgten Autor, ein Historienfilm über die kommunistische Revolution in Kuba und ein Sittengemälde schwuler Lebensentwürfe.
Deep Blue
Großbritannien/Deutschland 2003. Atemberaubend ist schon das Zahlenwerk dieses Dokumentarfilms: Mit bis zu 20 Kamerateams waren die Dokumentarfilmer Alastair Fothergill und Andy Byatt fünf Jahre lang immer wieder an über 200 Drehorten auf der ganzen Welt unterwegs und drangen mit Mini-U-Booten bis in 5000 Meter Tiefe vor. Aus insgesamt 7000 Stunden entstand nicht nur die BBC-Serie „The Blue Planet“, sondern, als eine Art Zusammenschnitt der besten Szenen, der 90minütige Film „Deep Blue“. Statt die Geheimnisse und Geschehnisse der Unterwasserwelt zu erklären, verläßt er sich ganz auf die Magie seiner oft poetischen, immer wieder auch grausamen Bilder.
Frühling im Herbst
Tschechien 2001. An Ruhestand ist bei Fanda nicht zu denken. Vielmehr liebt der 75jährige das Rollenspiel und gibt sich mal als amerikanischer Millionär, mal als Fahrkartenkontrolleur aus, begleitet von seinem ehemaligen Theaterkollegen Eda. Seine Ehefrau schätzt das allerdings gar nicht. Vergnüglicher tschechischer Spielfilm darüber, wie alte Menschen mit Eigenwilligkeit und Phantasie Farbe in ihr Leben holen.
Haus der 1000 Leichen
Amerika 2003. Tausend Leichen sind eine ganze Menge, und auch der Regisseur schien schon vor seinem ersten Horrorfilm für dieses Genre prädestiniert zu sein. Doch nicht nur Leichen und andere Unannehmlichkeiten erwarten die jungen Leute aus Texas, die sich auf den Weg zum legendären Killer Dr. Satan gemacht haben und aufgrund einiger Probleme mit dem Wagen und einer geheimnisvollen Anhalterin von diesem rechten Weg abkommen. Auch ein Tour de force durch den Zitatenschatz der Klassiker des Horrorfilms steht auf dem Programm.
Hodder rettet die Welt
Dänemark 2003. Hodder ist auserwählt. Eine Fee ist dem achtjährigen dänischen Jungen erschienen, um ihm zu sagen, daß er die Welt retten soll. Als hätte er nicht schon genug Probleme. Die Mutter ist weg, der Vater muß nachts arbeiten, Hodder ist viel allein, die Klassenkameraden ziehen ihn auf. Dennoch: Hodder beschließt, bei der kleinsten Insel anzufangen, man kann ja mit acht nicht die ganze Welt auf einmal retten. Er stellt sein Expeditionsteam zusammen - und lernt, daß man die Welt auch im Kleinen retten kann, nebenan. Poetisch-eigenwillige Verfilmung des Kinderbucherfolgs von Bjarne Reuter.
Laurel Canyon
Amerika 2002. Sex, Drugs und Rock'n'Roll - das ist so gar nicht die Welt des Harvard-Studenten Sam und seiner Freundin Alex. Die seiner Mutter Jane allerdings schon. Als das junge Paar für die Dauer eines Praktikums wieder bei der Junggebliebenen in der Künstlerkolonie Laurel Canyon in den Hügeln von Los Angeles einzieht, prallen Welten aufeinander. Und für Alex ist Janes lockerer Lebenswandel attraktiver, als ihrem Liebsten lieb ist. Bevor sich Frances McDormand in den kommenden Wochen als Jury-Vorsitzende in Berlin um Bären aus Edelmetall kümmert, ist sie hier noch einmal auf der Leinwand zu sehen - als unverbesserliche Hippie-Mutter
Open Range - Weites Land
Amerika 2003. Schon in „Der mit dem Wolf tanzt“ hatte Kevin Costner seine Geschichte an einer geschichtlichen Zäsur des Wilden Westens angesiedelt. Sein neuer Film „Open Range“ spielt zu einer Zeit, in der die Landverteilung schon so weit fortgeschritten ist, daß es zu Konflikten zwischen den Landbesitzern und den wenigen verbleibenden „Freegazers“ kommt, den Cowboys ohne Land, die ihr Vieh noch immer über die Grasflächen treiben. Neben harten Kerls und kernigen Zweiwort-Sprüchen, Saloon-Szenen und Schießereien zeigt „Open Range“ auch Gefühle und - Cowboys im Regen.
Samba in Mettmann
Deutschland 2004. Olaf „Hape Kerkeling) betreibt in der rheinischen Kleinstadt Mettmann die Schnellreinigung „Fleck weg!“. Daheim leben drei Generationen unter einem Dach. Noch bevor Olaf seine Liebste heiraten kann, treten drei Brasilianerinnen in sein Leben. Mit seinem Vater (Sky Dumont) und seinem tauben Großvater (Rolf Nagel) beschließt Olaf, den Damen Herberge in ihrer Männer-WG zu gewähren.
Underworld
Großbritannien/Deutschland/Ungarn/Amerika 2003. Vor seinem Regiedebüt war Len Wiseman für Spezialeffekte zuständig, in Filmen wie „Men in Black“ oder „Godzilla“. Auch in „Underworld“ wimmelt es von effektvollen Kreaturen, vornehmlich von Werwölfen und Vampiren. Die bekriegen sich seit sechshundert Jahren, und Anfang des 21. Jahrhunderts glauben die Vampire tatsächlich, sie hätten die Werwölfe so gut wie ausgelöscht. Eine junge Vampirkriegerin ahnt, daß die verbleibenden Werwölfe aber etwas Perfides aushecken. Sie stößt auf eine uralte Geschichte um Liebe und Macht.
Wir
Deutschland 2003. Die zehn Freunde aus Martin Gypkens' Abschlußfilm an der Potsdamer Filmhochschule schlagen sich mit den ganz normalen Problemen ganz normaler junger Leute im Alter zwischen 20 und 25 herum: Liebe und Begehren, Job und Bares, Studium und Zukunft. Aber auch defekte Zigarettenautomaten und nicht bezahlte Telefonrechnungen beschäftigen sie. Unprätentiöser, dabei sorgfältiger, melancholischer Film über das Erwachsenwerden.