09.02.2005 · Das vergangene Jahr war eines der erfolgreichsten Kinojahre in Deutschland überhaupt: Insgesamt fast 157 Millionen Besucher haben sich deutsche Filme angesehen. Auch die Nachfrage im Ausland steigt.
Das vergangene Jahr war eines der erfolgreichsten Kinojahre in Deutschland überhaupt: Mit insgesamt fast 157 Millionen Besuchern wurden 7,8 Millionen mehr Zuschauer als im Vorjahr nicht zuletzt dank deutscher Filme in die Kinos gelockt.
Eine neue Generation von Filmemachern habe offensichtlich die „Zauberformel“ gefunden, meinte Vorstand Peter Dinges von der Filmförderungsanstalt (FFA) am Mittwoch in Berlin. Mehrere „Kultfilme“, zwei Oscar-Nominierungen, Berlinale-Sieg und Europäischer Filmpreis bescherten auch dem deutschen Film einen großen Erfolg im In- und Ausland.
In den einheimischen Kinos erzielte er mit 36,7 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 23,8 Prozent gegenüber 11,9 noch im Jahr 2002, als nur 19 Millionen Zuschauer einen deutschen Film sehen wollten. Der Gesamtumsatz an den Kinokassen stieg von 850 auf 893 Millionen Euro und erzielte damit das drittbeste Ergebnis seit der Wiedervereinigung.
Bemerkenswerter Sprung nach vorn
Die Umsatz- und Besucherzahlen liegen zwar noch immer deutlich hinter dem Boomjahr 2001 zurück, als fast 178 Millionen Besucher gezählt und ein Umsatz von 987 Millionen Euro gemacht wurde, doch sei es ein bemerkenswerter Sprung nach vorn, betonte die FFA. Der Erfolg des deutschen Films mache die heimische Branche zudem unabhängiger von den amerikanischen Produktionen. Von den insgesamt 430 Neustarts waren neben den 179 amerikanischen 121 deutsche Filme dabei.
Gab es 2002 nur vier deutsche „Besuchermillionäre“, die zusammen 5,4 Millionen Fans lockten, so waren es 2003 bereits fünf, die 15 Millionen Besucher hatten. 2004 waren es dann sechs, die zusammen allein 24,5 Millionen Kinofans anzogen. „(T)Raumschiff Surprise“ von Michael Bully Herbig ließ dabei sogar alle anderen Filmhits hinter sich und belegte mit 9,1 Millionen Besuchern auch auf der internationalen Besucher-Hitliste Platz 1.
Gestiegene Auslandsnachfrage
Auch viele Auszeichnungen sorgten für Werbung. Der Berlinale-Sieger „Gegen die Wand“ heimste auch noch den Deutschen und den Europäischen Filmpreis ein. „Die fetten Jahre sind vorbei“ wurde in Cannes gefeiert und mit dem Kritikerpreis dekoriert. Die Oscar-Nominierungen für die Eichinger-Produktion „Der Untergang“ und „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ bewiesen laut FFA die neue Vielfalt des deutschen Films und sorgten für eine kräftig gestiegene Auslandsnachfrage.
Bei den Filmtheatern lautet der Trend „kleiner, aber feiner“. In vielen Kinos werden Säle verkleinert oder geschlossen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen paßten sich die großen Kinos durch Rückbau (minus 21 Leinwände) den veränderten Besucherwünschen an. In Hessen und Niedersachsen ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Bei den Videoprogrammanbietern wurden 2004 erstmals in zwölf Monaten mehr als 100 Millionen DVD-Scheiben und VHS-Kassetten verkauft, was zusammen mit dem Verleihgeschäft eine Umsatzsteigerung von fast 4 Prozent auf knapp 852 Millionen Euro bedeutet - gegenüber einem Gesamtumsatz an den Kinokassen von knapp 893 Millionen Euro.