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Zum Tod von Rod Taylor : Der Mann der „Vögel“

Rod Taylor, 1930 bis 2015 Bild: Picture-Alliance

Trotz seiner markanten Auftritte in der „Zeitmaschine“ und Hitchcocks „Vögeln“ schaffte er es in Hollywood nicht ganz nach oben. In Vergessenheit geriet Rod Taylor nie. Dazu trug auch Quentin Tarantino bei.

          Als die Nachricht kam, Rod Taylor sei bereits am 7. Januar in Los Angeles gestorben, stiegen zwei Gesichter in der Erinnerung hoch – sein junges kantiges mit der straffen Haut über den fast comicartig gemeißelten quadratischen Zügen mit dem vorgeschobenen Kinn, das er in Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ an der Seite von Tippi Hedren zeigte. Und das weiche alte in der Rolle des Winston Churchill in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“. Zwischen beiden liegen 46 Jahre*. Und obwohl er in dieser langen Zeit ungefähr vierzig Filme gedreht und Fernsehrollen absolviert hat, rückte er nicht ganz nach vorn in die Riege der Hollywoodstars auf.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Das ist dann doch erstaunlich. Denn in „Die Vögel“ war er ja nicht nur der gut aussehende durchschnittliche amerikanische Familienvater mit den breiten Schultern, der versucht, die Seinen vor den flügelschlagenden, schnabelhackenden Angreifern zu beschützen, sondern auch ein Mann, der eigentlich eine neue Frau sucht, während sich der Himmel verdüstert. Und der mit einer gewissen Lust an der Gefährlichkeit der Lage – auch die Frauensuche war durchaus heikel, die Mutter lauerte im Hintergrund – an diesen Aufgaben wächst. Wie er die Vögel abwehrt und die Mutter in Schach hält, das war eine tolle Darbietung; umso erstaunlicher, dass die wesentlichen biographischen Lexika des Films ihm keinen Eintrag widmen.

          Erregte die Aufmerksamkeit Hitchcocks: Rod Taylor 1960 in „Die Zeitmaschine“ Bilderstrecke

          Unwahrscheinlich, es hätte daran gelegen, dass er Australier war, geboren am 11. Januar 1930 in Sydney. Er kam in den fünfziger Jahren nach Hollywood, und in seiner ersten großen Rolle wurde Hitchcock wohl auf ihn aufmerksam: Taylor spielte 1960 in einer Filmadaption des Romans „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells*. Er schien der typische Held des Kinos jener goldenen Jahre, was Antonioni 1970 dazu veranlasste, ihn in seinem Film „Zabriskie Point“ in einer kleinen Rolle zu besetzen, um an ihn zu erinnern, wie es mehr als zwanzig Jahre später dann Tarantino in „Inglourious Basterds“ tat – Hommagen der Nachgeborenen an einen, der nicht ganz nach oben kam. Am Sonntag wäre Rod Taylor fünfundachtzig Jahre alt geworden.

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