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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Weblogs Jetzt kommen die Wir-Medien

 ·  Die Blogger werden, so scheint es, immer mächtiger. Die Öffentlichkeitsarbeiter aus der Wirtschaft lehren sie schon das Fürchten. Problematisch wird es, wenn Sendungsbewußtsein und Qualifikation weit auseinanderliegen.

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Karl-Heinz Andresen

Invasion der Blogger

Natürlich fällt viel Müll an, wenn jedermann ohne Kontrolle sich äußern darf. Extremismus ist da nicht zu verhindern, richtet sich doch zumeist gegen den Verfasser, selbst wenn dieser anonym bleibt.

Deswegen Kontrollen oder strafrechtliche Verfolgung zu implantieren, wäre kontraproduktiv und würde die bloggerscene insgesamt vergraulen.

Der besondere Reiz dieser Plattform liegt neben der Kostenfreiheit vor allem im anarchischen Ansatz. Selbstdisziplin folgt fast zwangsläufig - gewissermaßen ein sich selbst regulierendes System. Die ganz hartnäckigen verlieren meist die Lust, weil sie auf dauer nicht ernst genommen werden. Ebenso ergeht es den breitgefächert unqualifizierten.

Alles zu erlauben und nicht allein denken sondern auch äußern zu dürfen scheint mir in diesem Zusammenhang von geradezu grundsätzlicher pädagogischer Bedeutung. Alles andere würde als Zensur empfunden. Extremes Gedankengut wäre so ohnehin nicht zu verhindern.

Aber mit Sicherheit ließe sich so manche gewalttätige Umsetzung auf extremistischem Gedankengut basierenden Phantasien vermeiden, wenn der betreffende
blogger sich in dieser Quasi-Öffentlichkeit nach seinem Belieben verbal austoben darf. Kein Mensch ist gezwungen, diesen Schwachsinn zu lesen, zur Kenntnis zu nehmen oder gar zu kommentieren. Andererseits mag ein Bruder "im Geiste" sich endlich nicht mehr so ganz unverstanden fühlen, was bekanntlich deeskalierende Wirkung zeitigen soll.

Also: bloß keine Zensur im blog!

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Politik.

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