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Video-Filmkritik : Die Kunst, Schwermetall zu falten

  • -Aktualisiert am

Bild: Universal

Von Michael Bay stammen Filme wie „The Rock“, „Armageddon“ oder „Pearl Harbor“. In seinem neuen Werk „Transformers“ bedrohen Roboter aus dem All Amerika und machen so viel Krach wie die anderen drei Filme zusammen.

          Von Michael Bay stammen Filme wie „The Rock“, „Armageddon“ oder „Pearl Harbor“, und man kann sagen, dass es für ihn ziemlich einerlei ist, ob die Welt (also Amerika) von Schwerverbrechern, Meteoriten oder Japanern bedroht wird, solange es nur ordentlich kracht. So ist es auch kein Wunder, dass in „Transformers“ Roboter aus dem All Amerika bedrohen und dabei so viel Krach machen wie die anderen drei Filme zusammen. Es lässt sich nicht leugnen, dass das über weite Strecken richtig Spaß macht, aber dann dauert es wieder fast zweieinhalb Stunden, bis einem Hören und Sehen vergangen ist. Das ist ja das Paradox des Bummbumm-Blockbuster-Kinos, dass es sein Publikum einerseits so behandelt, als leide es unter Aufmerksamkeitsdefizit, andererseits aber nie merkt, wann es genug ist.


          Aber genug ist in diesen Filmen natürlich nie genug und schon gar nicht mehr, seit am Computer alles möglich ist. Ursprünglich waren die Transformers Spielzeugfiguren, die man durch Aus- und Ineinanderklappen vom Roboter in Panzer, Düsenflugzeuge oder Ghettoblaster und zurück verwandeln konnte. Dazu gab es dann eine Trickfilmserie und einen Comic, und natürlich hat der Gedanke, dass in jeder Maschine ein Geist steckt, seit den achtziger Jahren nichts von seinem Reiz verloren.

          Schwermetall am Computer falten

          Es macht geradezu die eigene Schönheit des Films aus, einem Hubschrauber dabei zuzusehen, wie er sich in einen riesigen Kampfroboter verwandelt, dem die Rotorblätter wie Insektenflügel von den Schultern hängen. Das zeigt Michael Bay immer wieder gerne, und das Eigentümliche daran ist, dass die Mechanik der Verwandlung, die ja im Kern eher Hydraulik als Zauberwerk sein soll, ganz und gar digital vonstattengeht. Der industrielle Charme der Kreaturen, bei dem man an Fabrik und Förderbänder denken muss, geht also auf in der Fließbandarbeit am Computer, wo Armeen von Designern und Programmierern daran arbeiten, dass jedes einzelne Gelenk und jede Oberfläche sich fotorealistisch in die Filmhandlung fügen. Das Ganze ist dann so was wie Origami oder die Kunst, Schwermetall am Computer zu falten.

          Der Rest ist kaum intelligenter als das, was sich ein Zwölfjähriger im Kinderzimmer ausdenkt, wenn er mit den Figuren spielt. Ein magischer Würfel fällt anfangs aus dem All auf die Erde, und weil er das Überleben der Roboterrasse sichert, folgen ihm zwei Armeen, die guten Autobots und die bösen Deceptions, die nach der Brille des Polarforschers suchen, der den Würfel einst im Eis gefunden hat, weil sich in ihre Oberfläche Hinweise eingebrannt haben, wo das Ding zu finden wäre. Die Brille hat der Urenkel (Shia LaBoef) des Forschers nichtsahnend auf Ebay gestellt, weil er dringend Geld benötigt, und so steht er bald zwischen den Fronten des Roboterkriegs. Natürlich entpuppt sich sein Chevrolet Camaro als guter Autobot, der ihn beschützt.

          Man merkt schnell, dass außer den Metamorphosen der Maschinenwesen nichts originell an dem Film ist. Es ist geradezu so, dass sich „Transformers“ alle Augenblicke selbst zu einem anderen Film auseinanderfaltet, mal zu „Godzilla“ oder „King Kong“, mal zu „Terminator“ oder „RoboCop“, mal zu „Christine“ oder „Herbie“. Und dann faltet er sich wieder zusammen und ist ein ganz normaler doofer Michael-Bay-Film, in dem jeder ein Held sei und das Mädchen kriegen kann, wenn er nur bereit ist, Opfer fürs Vaterland zu bringen. Der Unterschied ist nur, dass diesmal nicht Jerry Bruckheimer, sondern Steven Spielberg ihn produziert hat und er deshalb ans Gute im Spielzeug glaubt.

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