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Filmkritik Thriller-Ödnis mit Lichtblick

15.06.2006 ·  Ein Anschlag auf den Präsidenten, ein verliebter Bodyguard, den die eigenen Leute jagen: „The Sentinel“ ist kaum der Rede wert. Erstaunlich ist allenfalls die Mannschaftsaufstellung des Films. Und Kim Basinger als First Lady ist wunderbar.

Von Peter Körte
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Mordkomplott gegen den amerikanischen Präsidenten: Ein altgedienter Secret-Service-Mann bekommt Wind davon, doch die Verschwörer lenken den Verdacht mit einer Intrige gegen ihn selbst. Der erfahrene Haudegen flieht und muß, gehetzt von den eigenen Leuten, seine Unschuld beweisen, die wahren Täter finden und, wie kann es anders sein, das Leben des Präsidenten retten.

Vor 25 Jahren fing er sich beim Attentat auf den damaligen Präsidenten Ronald Reagan eine Kugel. Auf seine alten Tage ist er nun für den Schutz der aktuellen First Lady zuständig. Er verliebt sich in sie und beginnt eine Affäre. Wem das zu konstruiert erscheint, sollte sich den Film gleich schenken, der nicht mit einer originellen Story glänzt und so manches hanebüchene Detail auftischt.

Ach ja, es geht um eine Verschwörung

Der Film selbst ist kaum der Rede wert. Erstaunlich ist allenfalls die mutige Mannschaftsaufstellung: Michael Douglas, dessen erwachsene Rollen, in denen er so gut war wie in „Falling Down“, auch schon eine Weile zurückliegen, in einer Art Dreierkette mit dem „24“-Helden Kiefer Sutherland und der verzweifelten Hausfrau Eva Longoria. Die Handlungslöcher sind so groß, daß ein Lastwagen hindurchpaßte; und Douglas als alternder Secret-Service-Mann erinnert eher zu seinem Nachteil an Clint Eastwoods „In the Line of Fire“. Der Rest ist öde Routine, und wenn da nicht die bedeutungssimulierenden Luftansichten von Washington wären, käme niemand auf den Gedanken, daß es um eine politische Verschwörung gegen den Präsidenten geht.

Aber da ist ja noch sie: Kim Basinger als First Lady. Der Lichtblick, der einzige Grund, sich den Film anzuschauen. Soll sie doch ruhig eine Affäre mit dem Alt-Agenten haben. Ist zwar Unsinn, macht aber nichts. Kim Basinger hat wenig zu tun, sie ist Dekor in einer politischen Inszenierung innerhalb einer Kinoinszenierung. Sie erledigt das wenige mit damenhafter Eleganz: in den beherrschten Blicken, in der Entschiedenheit, mit der sie den eifrigen Jungagenten einbestellt, weil sie entscheidet, wann sie die Affäre preisgibt. Und sie hat dabei mehr Würde und Klarheit als all die aufgeregten Entscheidungsträger.

Quelle: FAZ.NET mit Material aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und von AP
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Jahrgang 1958, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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