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Quixote-Film von Terry Gilliam : Gegen Windmühlen gedreht

Die nächsten Windmühlen warten schon: Adam Driver und Jonathan Pryce Bild: Concorde Filmverleih GmbH

Es gibt Projekte, die zum Scheitern verurteilt und dennoch großartig sind: Nach 28 Jahren Vorarbeit war „The Man Who Killed Don Quixote“ für den Regisseur Terry Gilliam so eines. Hat es sich gelohnt?

          Vielleicht hätte Terry Gilliam die Sache einfach auf sich beruhen lassen sollen. Aber nach achtundzwanzig Jahren Vorarbeit und immer neuen Anläufen zur Finanzierung gehörte „The Man Who Killed Don Quixote“ wohl zu den Projekten, von denen nur der Tod oder die Fertigstellung ihre Urheber erlöst – wobei Letzteres eindeutig vorzuziehen ist. Der ästhetische Totalschaden, zu dem „Don Quixote“ sich ausgewachsen hat, lässt sich also verschmerzen, zumal wenn man bedenkt, dass nicht Johnny Depp und der selige Jean Rochefort oder Ewan MacGregor und der ebenfalls verstorbene John Hurt, sondern Adam Driver und Jonathan Pryce das Ding durchziehen müssen: der eine mit dem Wo-bin-ich-hier-und-wer-holt-mich-aus-diesem-Schlamassel-raus-Blick, den er auch in „Star Wars“ nicht abgelegt hat, der andere mit der wohltemperierten Raserei des britischen Großschauspielers, der sein Handwerk bei Laurence Olivier und Peter Sellers gelernt hat.

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Es geht also nicht sehr spanisch zu in diesem Film, schon weil die eine der beiden Damen, um die es in der Geschichte auch noch geht, von einer Russin (Olga Kurylenko) und die andere von einer Portugiesin (Joana Ribeiro) gespielt wird, vor allem aber, weil sich Gilliam für den Roman, aus dem das alles stammt, nur nebenbei interessiert.

          Am Ende geht dann doch alles schief: Terry Gilliam mit Jonathan Pryce am Set

          Ihn hat offensichtlich etwas anderes gereizt – die Möglichkeit, das zigmal auf dem Papier gescheiterte Vorhaben nun auch ganz real und vor laufender Kamera an die Wand zu fahren; keinen Film zu drehen, sondern die Ruine eines Films. Wenn man sich auf dieses Spiel (das man vor zwanzig Jahren „postmodern“ genannt hätte; heute wirkt es eher nostalgisch) einlässt, gibt es in „Don Quixote“ dann doch einiges, über das man staunen oder mindestens schmunzeln kann: darüber etwa, wie Gilliam am Anfang, der die scheiternden Dreharbeiten des Werbefilmers Grisoni (Driver) zeigt, die Dokumentation „Man from La Mancha“ zitiert, die vor zwanzig Jahren die gescheiterten Dreharbeiten seines Quixote-Projekts zeigte; oder über die unmerkliche Ironie, mit der Pryce seiner Figur und dem ganzen Film immer wieder eine Nase dreht.

          Am Ende geht dann doch alles schief, weil Gilliam sich an einem Kostümspektakel versucht, für das er die poetische Kraft eines Fellini und die Logistik einer Spielberg-Produktion gebraucht hätte. Bis dahin aber fährt man ohne große Reue durch den „Quixote“-Themenpark. Und Terry Gilliam hat den Kinotod seines Projekts auch überlebt. Jetzt warten die nächsten Windmühlen auf ihn.

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